-
GO Geschwister waren nicht in der Lage die Eltern zu unterstützen, die Mehrzahl derselben mußte noch selbst unterstützt werden. Gerade in unserer härtesten Bedrängniß wurde mir durch Vermittlung eines Kollegen, dessen Onkel in Rußland als M…
-
61 Mädchen von 12 und 10 Jahren, einem häßlichen Knaben von acht Jahren und einer jungen Dame von außergewöhnlicher Schönheit, die er als Mademoiselle Wilhelmine Harder, gleichfalls eine Deutsche, die Gouvernante seiner Töchter bezeichnete;…
-
62 blutgierigen Zügen neben ihr stehend, befahl, sie zu Tode zu foltern. — Dann erschien es mir, als wenn mein greiser blinder Vater in bestaubten Neisekleidern vor mich träte, mir sagte, er habe allein mit seinem Wanderstabe den weiten Weg…
-
63 sich durch ihre Schülerinnen mit Unpäßlichkeit entschuldigen lassen, und der Fürst befand sich in übelster Laune. Ich verlebte die Zeit bis zu dem Rendez-vous in einer Aufregung, die jeder Beschreibung spottet. Am nächsten Tage war der F…
-
64 Mutter in guter Pflege bei deren Schwester, einer armen Beamtenwittwe in Berlin, wußte, mußte, um sie zu erhalten, die Stelle als Erzieherin beim Fürsten Lamalow annehmen. Sie schilderte in kurzen kräftigen Zügen die Zustände in Rußland …
-
65 Lurch möglich gewesen, mir in der vorletzten Nacht Stein und Brief Lurch das Fenster zu werfen und heute zu erscheinen, daß sie glücklicherweise in ihrem Zimmer eine Strickleiter gefunden, die eine ihrer Anwürdigen Vorgängerinnen — jene …
-
66 kluge Mädchen stets verborgen bei sich getragen, konnte sie dann, da ich ihr die Ersparnisse meines Reisegeldes zur Verfügung stellte, leicht nach Deutschland in ihre Heimath gelangen." Der Pastor hielt einen Augenblick in der Erinnerung…
-
in den Hof und sah den Vorbereitungen zu dem Empfange und der Bewirthung der Gäste zu. Ich befand mich gerade dort, als Fürst Lamalow mit dem Grafen Dunakow, dieser von seinem Regimente gefolgt, ankam. Es erschien jenem auffallend, seine Tö…
-
68 nommen worden, und ich wurde unter besonders scharfe Aufsicht gestellt; ich durfte keinen Brief absenden, und so konnte auch, wie leicht begreiflich, keiner an mich anlangen. Ein Fluchtversuch, den ich fortwährend plante, war, so lange w…
-
69 Ich war fest entschlossen die Flucht zu wagen, nur fehlte es mir an Geld und thatkräftiger Beihilfe ... ich wollte diese eifrig suchen. Ich wußte, daß es in Prag eine kleine protestantische Gemeinde gibt, ich besuchte deren Bethaus; dort…
-
70 mir eine große Summe zur Verfügung, um den in der Kaserne wachhabenden Unteroffizier zu bestechen, des Nachts das Pförtchen der Kaserne, das auf den Iosefsplatz geht, zu öffnen — ein Liebes- Handel mit einer reichen Bürgerswittwe sollte …
-
— 71 — Freunde! .... Ich faltete meine Hände und verrichtete lautlos — nur im Herzen — ein inniges Dankgebet zu dem allgütigen Gotte; — dann durchschritt ich hastig den breiten Platz. Schon stand ich bei dem Wirthshause — nicht der leiseste…
-
— 72 — ״Zu Befehl, Herr Lieutenant!" entgegnete ich, aber das Blut in meinem Herzen vereiste. ״Vorweisen!" rief der Lieutenant. Mir klang das Wort wie ein Todesurtheil, ich steckte mechanisch die Hand in die Brusttasche meiner Uniform selbs…
-
73 träumen, Gott hatte mir in seiner Allhuld ein wahres Wunden׳ erwiesen; — wie ich später inne wurde, hatte der Feldwebel, — Gott segne ihn tausendfach dafür! — Ihren Chower für einen. Passe-par-tout, das Siegel des Rabbinats für das Regim…
-
74 Ä ״Das war ein wunderbar schöner Abschluß dieses intereressanten Lebensabschnittes," schaltete Nobitz überrascht ein. ״In meinem Vaterlande hatte ich keine Veranlassung, aus meinen Merkwürdigen Erlebnissen und davon, daß ich mich dem rus…
-
75 K ffi" Persönlich auszusprechen. Allein es war bisher unmöglich gewesen, mein Amt hielt mich sest, ich konnte von meiner Gemeinde nicht abkommen; aber diese ist in neuester Zeit so angewachsen, daß mir ein Adjunkt bewilligt wurde; nun ko…
-
…iheit, mein Glück danke, wollen Sie mich gefälligst zu diesen geleiten?" Nobitz wurde sehr ernst. ״Bei den Oberjuristen Fleckeles und Landau ist dies möglich, die beiden Herren — Gott erhalte sie noch recht lange! — sind am Leben; aber Rabbi Michael…
-
77 Rückblick auf das Jahr 188V. Die Hoffnung, die wir im Eingang des Rückblicks über das Jahr 1879׳ ausgesprochen haben, daß die judenfeindliche Bewegung in Deutschland für immer beseitigt sein werde, hat bas Jahr 1880 leider nicht verwirkl…
-
…ich die maßgebenden Kreise um die Wühlereien einzelner Agitatoren kümmern bewies am besten die 70. Geburtstagsfeier von L. Ä. Frankl (3. Febr.), an welchem dem greisen Dichter und Menschenfreund von allen Seiten großartige Beweise der Hochachtung gezol…
-
79 noch an der einheitlichen Organisation, zu der das Ministerium Natozzr den ersten Anstoß gegeben hat. — Von den Juden Griechenlands ist in diesem Jahre nichts Wichtiges zu melden. In Bulgarien scheint die Lage unserer Glaubensgenossen, m…