Mannheim
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  1. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 21

    149 die Barmherzigkeit an ihm üben möge, seine Sünde auf sich zu nehmen und sein Gericht zu tragen, das sind für das jüdische Urtheil die schmachvollsten Zumuthungen, die jemals ersonnen werden konnten. Nach A. und N. Testament geschieht di…

  2. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 22

    150 ihrer Meinung Israel das Volk Gottes sein, damit es am Frühesten und Längsten und Weitesten von allen Nationen im Dienste der Ehre Gottes stehe, sondern darum will es daS Volk Gottes sein, damit es selbst die höchste Ehre vor allen Ande…

  3. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 23

    151 bleibt ihnen doch stets das Eine, daß Gott selbst ihre Erhabenheit über die Anderen aufrecht erhält; allein zur Läuterung und Vervollkommnung Israels sendet Jehovah Leiden über dasselbe; denn zu diesem Zwecke können dieselben immerhin n…

  4. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 24

    152 einmal nicht dulden kann, in sich erstickt. Er gibt wohl zu, daß er auch an seinem Theile noch besser werden könne und solle, aber seine Leistungen sind ihm, an dem Maße Anderer gemessen, so bedeutende, daß eben nur noch dies oder das h…

  5. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 25

    153 ist unmöglich, wo von vornherein feststeht, daß man um jeden Preis ein Auserwählter Gottes sei. Also, wie schon vorher angedeutet, ein falsches Ideal von sich selbst, und damit zusammenhängend, ein falsches Ideal von Gott erfüllt Geist …

  6. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 26

    154 geni denselben darauf hinzuweisen, wie klein doch der Mensch sei. Bei der Kleinheit des Menschen, das ist der geheime Gedanke, hat der Jude eigentlich so Außerordentliches geleistet, daß er für das Fehlende mit vollem Rechte Vergebung, …

  7. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 27

    der verbleiben. Wenn die Anderen diese Stellung verrücken, so ist es nur Recht, mit aller Macht sie in dieselbe zurückzuführen. Zur Sittlichkeit gehört daher auch der politische Haß, der politische Kampf, die Empörung und das Erstreiten der…

  8. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 28

    156 So wird aber Gott von Isaak und dem jüdischen Volke nicht um seiner selbst willen geliebt, sondern allein um seiner Parteilichkeit willen. , Nur der Gott ist sein Gott, der in solcher Weise handelt. Als daher die Thatsachen dem jüdische…

  9. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 29

    157 seine Sache von der Sache Israels trennt, darum wird er schließlich von seinem Verehrer verwünscht. So bleibt Isaak nun doch der Letzte auf den« Plan; und mit der trotzigen That des Selbstmordes, durch die er das Leben selbst zerstört, …

  10. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 30

    … von Mendelssohn gebracht und dabei erwähnt, daß es seinerseits eigentlich nur die Wiederholung eines früheren, des von Maimonides ist. Durch dasselbe, so sagten wir, werden das mittelalterliche und das moderne Judenthum charakteristrt. Als die Grund…

  11. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 31

    einen talmudischen Ausdruck, sondern einen solchen, welcher die neue Bildung an der Stirn trägt d. h. sie stellen sich als das Menschheitsideal dar, und zwar messen sie dieser Idealität am Liebsten einen heiligen Charakter bei. Jawohl, dies…

  12. 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 32

    emporsteigen, dann erhebe^ die modernen Juden wohl bittere Anklage wider die alte Barbarei und Finfterniß, die immer noch nicht von dem Lichte der Neuzeit überwunden sei, aber alsdann verbannen sie schnell wieder die häßlichen Bilder, deren…

  13. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 1

    … Rabbiners beschlossen wurde, ihm eine gelehrtere Bildung zu Theil werden zu lassen. So kam er in die bessere Schule zu Rawicz und dann auf die Rabbinerseminare erst nach Liffa, später nach Breslau. Interessant ist es, wie der völlig mittellose j…

  14. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 2

    163 für Mädchen zu Breslau als Lehrer eintrat. Freilich erfreute er sich hei seinem tadellosen und sittenreinen Leben der allgemeinsten Liebe und Achtung unter seinen Glaubensgenossen, aber sein Inneres blieb von der Hohlheit und den Phrase…

  15. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 3

    _163 Amt legte er sogleich nieder und wurde am 28. November 1847 in der Hofkirche zu Breslau getauft, unter ungeheurem Zudrang der Judenschaft. Denn seine Stellung, sowie seine geachtete Persönlichkeit und nicht weniger das sichtbare Fehlen…

  16. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 4

    164 bittere Erfahrungen und Enttäuschungen hat er erlebt, aber auch manche köstliche Frucht hat der Herr ihm bereitet und geschenkt; und außer denen, die offen ihren Glauben durch die Taufe besiegelten, hat er in Israel viele gefunden, die …

  17. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 5

    165 mächtiges Zeugniß für die Kraft des Evangeliums ablegt, daß wir dieselbe auch in unserem Blatte mittheilen wollen. Vor einer Reihe von Jahren, ehe noch die englische Regierung selbst die Leitung des bis dahin von der ostindischen Compag…

  18. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 6

    166 wurde von beiden Theilen höflich aber mit Festigkeit gehandhabt. Ost wurden auch die übrigen jüdischen Familien eingeladen und hörten mit Interesse zu, obgleich sie augenscheinlich in dem Gegenstände der Verhandlungen mehr nur ein Thema…

  19. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 7

    167 auf's Spiel setzen als die Gegenwart opfern. In tiefer Bekümmerniß um die Seelen seiner Zuhörer schritt der Caplan auf und ab. Sich Habiba nähernd, fragte er dann: „Und was würden Sie wählen, Fräulein? Ein kurzes Leben oder ein langes; …

  20. 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 8

    168 wieder auszureißen. Weder Drohungen noch Schmeicheleien vermochten Habiba's Entschluß zu ändern. Eine Woche nach ihrer ersten Erklärung stand ste als heimathloser Auswürfling da. Ihre Mutter hatte ihr gesagt, ste könne mitnehmen, was ih…