Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1871-01-01 · 11-12 (1871) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
11-12 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554789-2554796--05649-2561613
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

_163 Amt legte er sogleich nieder und wurde am 28. November 1847 in der Hofkirche zu Breslau getauft, unter ungeheurem Zudrang der Judenschaft. Denn seine Stellung, sowie seine geachtete Persönlichkeit und nicht weniger das sichtbare Fehlen aller so gern von dem unlauteren und gewissenlosen Sinn vermutheten äußeren Interessen konnten nicht verfehlen, das allgemeinste Aufsehn zu erregen; selbst in den Journalen wurde dieser Fall mannigfaltig besprochen. Daß äußere Interessen hier nicht mitgeredet hatten, zeigte sich auch in der Folge. Denn er mußte sein Lehrer-Eramen noch einmal auf einem der christlichen Seminare machen und erhielt bald darauf eine Anstellung mit 9 Thlr. monatlichem Gehalte zu Ziegenhals in Schlesien. Hier heirathete er 1849 eine auch fast mittellose Waise, seine bis zum Tode treue Lebensgefährtin und eben so sehr eine geeignete und treue Mitarbeiterin an dem Werke, wozu der Herr ihn bald berief. Denn im Jahre 1851 wurde er durch Vermittelung des Prediger Hartmann in Breslau zuerst als Hilfsmisstonar nach Breslau berufen. Nachdem er sodann 1853 seine Familie verlassen und fast ein Jahr in der Missionsschule zu London seine theologische Bildung vervollständigt hatte, wurde er dauernd als Missionar des Evangeliums unter seinen früheren Glaubensgenossen angestellt, und hat es verkündigt bis zu seinem Sterbebett. Seine Liebe zu seinem Heiland wie zu seinen Brüdern nach dem Fleisch, seine Kenntniß der heiligen Schrift und ebenso des Talmud und der Sitten und des Sinnes der Juden, seine Geschicklichkeit die Frage des Himmelreichs an die Dinge des irdischen Lebens anzuknüpfen, die Achtung, die stets selbst seine früheren Glaubensgenossen ihm entgegenbrachten, seine weite Bekanntschaft unter ihnen, seine Geduld, mit der er alle Ausflüchte des die Wahrheit scheuenden eigensinnigen Verstandes ertrug — nur Lästerungen Jesu Christi konnte er nicht hören — alles das befähigte ihn besonders, das Werk Christi zu treiben. So hat er, außer in Breslau, in der ganzen Provinz Schlesien und Posen gewirkt und besonders auch in Wien und Prag gesegnete Arbeitsfelder gehabt. Mehr als die Hälfte des Jahres .war er fern von seiner Familie auf Reisen. Viele Trübsal und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.