Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 9-10 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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157 seine Sache von der Sache Israels trennt, darum wird er schließlich von seinem Verehrer verwünscht. So bleibt Isaak nun doch der Letzte auf den« Plan; und mit der trotzigen That des Selbstmordes, durch die er das Leben selbst zerstört, d. h. also mit dem Bewußtsein, von Keinem besiegt worden zu sein, fährt er dahin. Das ist der Gipfelpunkt, den die Hoffahrt ersteigen kann. Isaak in Helena ist in der That eine Prrsonification derjenigen Juden, welche in jener Zeit die eigentlich bestimmende und tragende Macht ihres Volkes waren; er ist der Repräsentant des Judenthums, welches damals Jesum Christum verworfen hat. So ist er aber eine Predigt von der furchtbaren Gefahr der Hoffahrt, in welcher der Mensch sich selbst auf den höchsten Thron erhebt und Gott in einen Götzen seines verkehrten Sinnes verwandelt. Auch der wahre Gott wird bald durch den Stolz des Menschen, bald durch den Fleischessinn desselben so verunstaltet, daß nur noch der Name Gott übrig bleibt und er in Wirklichkeit vielmehr die gesteigerte menschliche Sünde ist. Das Gottesbild und das Bild der Juden werden auf jüdischer Seite gerade durch die Ueberspannung des menschlichen Selbftbewußtseins verzerrt, ebenso wie auf heidnischer Seite das Bild Gottes und des Menschen durch die Unruhe der Genußsucht, der Lust der Augen und des Fleisches verunstaltet werden. Die Reinheit Gottes und die wahre Erkenntniß des Menschenwesens, die den ganzen Menschen aufs Innerste verpflichtende heilige Gottesliebe und das Bewußtsein, daß der Mensch in seiner Art Gotte als seinem Vater ähnlich sein müsse, kommen allein auf dem Boden der Offenbarung, auf dem der heiligen Schrift zur rechten Geltung. Im A. Testament erscheint dieses Bild dann erst in seinen Umrissen, in solchen Zügen, welche das Wesen hindurchschimmern lassen, aber gerade deshalb umsomehr das Verlangen erwecken, daß die Hülle vor dem Angesichte fallen möge; lebendige Gestalt, Fleisch und Blut dagegen findet es hernach in Jesu Christo, der Beides zur sichtbaren Erscheinung und zur seligsten Erfahrung bringt, nämlich einmal, daß Gottes