Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 11-12 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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165 mächtiges Zeugniß für die Kraft des Evangeliums ablegt, daß wir dieselbe auch in unserem Blatte mittheilen wollen. Vor einer Reihe von Jahren, ehe noch die englische Regierung selbst die Leitung des bis dahin von der ostindischen Compagnie verwalteten indischen Reiches in die Hand nahm, wurde zu einem der in Bengalen stationirten Regimenter ein Caplan ausgesandt, dem die Rettung von Seelen aufrichtig am Herzen lag. Eine ziemlich zahlreiche Hindu - Bevölkerung, ein Häuflein Muhamedaner und einige europäische Kaufleute bildeten außer den Offizieren und Mannschaften seines Regimentes die Einwohnerschaft des Platzes. Auch etliche wenige jüdische Familien befanden stch da, so daß in der im Ganzen nicht sehr großen Stadt doch Heidenthum, Muhamedanismus, Judenthum unv Christenthum ihre Vertreter hatten. Längere Zeit arbeitete der Diener des Wortes unter den zunächst seiner Pflege Befohlenen mit Eifer und Treue, aber wie es schien umsonst. Einmal, es war der Jahrestag seiner Ankunft auf seinem Posten, fühlte er fich beim Rückblick auf die Fruchtlosigkeit seiner bisherigen Bemühungen ganz besonders niedergedrückt. Er versuchte zu beten, aber die Worte versagten ihm. Als er von den Knieen aufstand, griff er nach seiner Bibel. Er schlug sie auf und sein Auge fiel auf die Stelle: „Gehet nicht auf der Heiden Straße, und ziehet nicht in der Samariter Städte; sondern gehet hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel". Er nahm das als einen göttlichen Ruf und fing alsbald an, der einflußreichsten jüdischen Familie des Platzes den auferstandenen Jesus zu verkündigen. Diese Familie bestand aus den bejahrten Eltern, einem verwittweten Sohne und einer etwa zwanzigjährigen unverheiratheten Tochter, Habiba. Salomo, das Haupt der Familie, besaß ein schönes Vermögen und ein einträgliches Geschäft, an dem sein Sohn Theil nahm. Er war ein Mann von vielem Verstand und hatte seine Kinder nach den strengsten jüdischen Grundsätzen erzogen, so daß er Disputationen über das Christenthum in ihrer Gegenwart nicht scheute, sondern im Gegentheil die Besuche des Caplans eher ermuthigte. Die Beweisführung