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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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149 die Barmherzigkeit an ihm üben möge, seine Sünde auf sich zu nehmen und sein Gericht zu tragen, das sind für das jüdische Urtheil die schmachvollsten Zumuthungen, die jemals ersonnen werden konnten. Nach A. und N. Testament geschieht die Einigung zwischen Israel und Gott, dann aber auch zwischen Gott und der übrigen Menschheit durch denselben einen Messias. In diesem Messias schließen sich Gott und Menschheit, die Menschheit aber in ihren beiden Theilen Israel und die Völker, wiederum voll Friedens zusammen. Die Versöhnung Gottes und der Menschheit kommt auf diese Weise zu Stande. So ist denn aber der Messias der Mittelpunkt, um den sich die ganze Menschheit sammelt; ist das geschehn, dann ist sie, was sie sein soll, eine einzige Gemeinde Gottes. Und damit ist denn auch die Aufgabe Israels erfüllt. Diese Aufgabe Israels fällt mithin nur in die Zwischenzeit, ehe das letzte Ergebniß erreicht ist. Dagegen ist nach der Vorstellung Isaaks und seines Volkes Israel sich Selbstzweck: ihnen ist Israel nicht lediglich ein Werkzeug für den Rath Gottes, welcher für die ganze Menschheit ein einiges, gemeinsames und Allen gleiches Heil bereiten will. Daß Israel nach der freien Bestimmung oder Auswahl der Gnade Gottes für den Dienst an seinem Reiche erlesen ist, während Griechen, Römer und andere Völker z. B. zur Ausführung der Culturaufgaben bestimmt sind, wollen Isaak und sein Volk sich nicht eingestehn, sie wollen sich an einer einfach dienenden Stellung nicht genügen lassen; zu solcher sind, ihnen die anderen Nationen gut genug, sie selbst dagegen wollen der eigenen Herrlichkeit leben, und Jehovah sowohl als die übrige Menschheit sollen Alles hierfür thun. Es ist für sie ein ganz abscheulicher Gedanke, daß Israel nur eben so gut ein Glied an dem Leibe der einen Menschheit sein sollte, wie alle übrigen; eine solche Erniedrigung wollen sie sich nimmer gefallen lassen. Isaak und sein Volk wollen herrschen. Beide haben absolut kein Verständniß für den Gedanken Christi, der Diener Aller sein zu wollen. Nicht darum soll nach

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