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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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158 Wesen die Liebe ist, und sodann, daß derjenige Mensch der Mensch in seiner Wahrheit ist, dessen Leben die Liebe zu Gott und zu allen Mitmenschen als Brüdern ohne Unterschied auSmacht. Soviel zur Beurtheilung Isaaks und des Judenthums in Helena. Dieses Buch hat den eigentlichen Charakterzug des Judenthums, welches die Annahme Christi verweigerte, genau und zutreffend gezeichnet, und zwar in einer solchen Weise, daß es wirklich dasjenige Moment als das hervorragendste herausgestellt hat, welches bis zum heutigen Tage das Grundwrsen desselben ausmacht. Denn die eigene Größe und Herrlichkeit, das stolze Sichselbstgenügen, welches alle Anderen unter sich weiß oder unter sich beugen will, ist das Lebenselement, in dem das Judenthum seine Existenz sucht. Wir haben das vorige Mal das Glaubensbekenntniß von Mendelssohn gebracht und dabei erwähnt, daß es seinerseits eigentlich nur die Wiederholung eines früheren, des von Maimonides ist. Durch dasselbe, so sagten wir, werden das mittelalterliche und das moderne Judenthum charakteristrt. Als die Grundanschauungen beider aber erkannten wir: 1) die Erhabenheit Israels über alle anderen Menschen und 2) diese Erhabenheit Israels als Ergebniß der Erhabenheit seines Gottes über jede andere Gottheit. Auch das moderne Judenthum, so schwer gleich die positiven Lehren desselben über Gott und göttliche Dinge bestimmt werden können, weil dieselben in einem unaufhörlichen Flusse begriffen sind, zeigt dieselbe Richtung. Nur tritt hier noch nackter als früher der Vorzug der Juden vor der übrigen Menschheit hervor. Je mehr nämlich die Glanbensüberzeugungen oder religiösen Grundanschauungen der Juden in den allerweitesten Beziehungen denen der großen Masse in der eigentlichen Culturwelt gleichen, je mehr die Juden ihre früheren Eigenthümlichkeiten in der religiösen Lehre drangeben, desto eifriger halten sie an der Gesinnung fest,-welche ihr ganzes Denken von jeher beherrschte, an der Gesinnung nämlich, die ihnen einen Vorzug vor allen Anderen zuschreibt. Zn der Gegenwart geben sie nun dieser Gesinnung nicht mehr

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