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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 375

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 375 (sequence 397)
Language
German
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IRI
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375 benheit das Theil derer, die den erhabensten Geist gewinnen. — So sagt auch der Gesetzgeber der Hebräer, da er die Allmacht Gottes mit dem Geiste würdig faßte, gleich im Anfänge des Gesetzbuches: „Gott sprach." Was? „Es werde Licht — und es ward Licht. Es werde Erde — und es ward Erde." (Kap. 9.) In der Erhabenheit des Geistes dient es zur großen Förderung, großen Geistern der Vorzeit nachzueifern (nicht nach zu ah men.) So oft wir etwas Großes und Erhabenes arbeiten, nützt es, sich im Geiste vorzustellen: wie würde Homer, oder Plato, oder Demosthenes, in der historischen Klasse Thucydides dies ausgedrückt haben? oder noch besser: wie würde Homer oder Demosthenes, wenn sie dich hören würden, dies aufnehmen? — denn das ist ein würdiger Wettstreit, bei solchen Richtern und Zuhörern seiner Rede Rechenschaft zu geben — auch wird es noch den Eifer vermehren, wenn du hinzufügst, mit welchem Sinne deine Schrift die Nachwelt lesen wird. Fürchtest du dann, daß deine Rede nicht über dein Leben und Zeitalter hinausgehe, so muß es eine unreife Frucht sein, welche den Ruf der Nachwelt nicht ertragen kann. (Kap. 14.) Unter den Figuren ist außer der Anrede (Apostrophe) keine eindringlicher, als die Frage. Sie macht die Rede um Vieles kräftiger und lebhafter, indem das Fragen und Antworten, gleichsam als Gespräch mit sich selbst, die Leidenschaft am besten schildert. Denn diese reißt die Zuhörer viel mehr hin, wenn sie nicht durch Kunst gesucht, sondern aus Zeit und Verhältnissen entsprungen scheint. Sich selbst aber zu fragen und zu antworten, pflegt man zur Zeit der Leidenschaft. (Kap. 17.) Ein besonderes Gewicht hat auch die Verbindung mehrererer Figuren; zwei oder drei gleichsam in Gesellschaft verbunden, tragen sie zur Kraft, Ueberredung und zum Schmucke bei. Da scheint denn die Rede hinfließend nicht bei einer Sache zu verweilen; denn nur der leidenschaftfreie Geist ruht,

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