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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 373

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 373 (sequence 395)
Language
German
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IRI
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373 nüchternen und unkräftigen Redeweise vermeiden, ich weiß nicht auf welche Weise, zum Schwulste. Aber das Schwellen der Rede ist, wie das des Körpers, sobald es leer und bloßer Schein ist, ein Fehler, und bewirkt das entgegengesetzte Uebel: denn Nichts, wie man sagt, ist trockner als ein Wassersüchtiger. Denn der Schwulst will die Erhabenheit übertreffen, da doch die knabenhafte Affectation der Größe gerade entgegengesetzt ist, ja sogar ein Zeichen einer kleinlichen Seele. Was nennen wir aber knabenhafte Affectation? Deklamatorische Aussprüche, die wegen Leerheit frostig auslaufcn. Es versinken aber in diesen Fehler alle die, welche, indem sie eine ausgezeichnete, polirte und besonders süße Rede erzielen, allzusehr schmücken lind nachahmen wollen. Hierzu kommt eine andere Art, wenn man zu unpassender Zeit mit großer Bewegung auftritt. Oft werden diese, wie Trunkene, von ihrer eigenen, deklamatorischen Leidenschaftlichkeit hingerissen, ohne daß diese die Sache selbst erzeugt, so daß sie bei den ruhigen Zuhörern Lachen erregt, da sie wüthen gegen Wuthlose. (Kap. 3.) Die alleinige Ursache hiervon ist die Sucht uach Neuheit. So eutftehen die Vorzüge und Mängel der Rede aus denselben Ursachen. Denn wie der Schmuck der Beredsamkeit, die Erhabenheit, und hierzu die Anmuth, die Stützen der Rede sind, so bewirken sie auch die entgegengesetzten Mängel. (K. 3.) Wie im menschlichen Leben Nichts groß ist, das zu verachten Größe des Geistes ist, als Reichthum, Ehre, Ruhm, Herrschaft, und was sonst äußern Glanz hat; wie die mehr bewundert werden, welche solches besitzen können, aber wegen Größe des Geistes es zu besitzen verschmähen, als die, welche es besitzen: so müssen wir auch bei Schriftwerken das nicht achten, was nur scheinbar groß ist, bei näherer Prüfung leer erscheint. Denn durch die Natur wird unsere Seele durch wahrhafte Erhabenheit erhoben, und während sie sich erhoben fühlt, mit Freude und Verklärung erfüllt, als hätte sie selbst hervorgebracht, was sie gehört hat. Darum ist das, was

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