Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 383

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 383 (sequence 405)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1740-9623653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

383 311 und 301—203) — liegt unsre Geschichte offen und klar vor unseren Augen, und nur der Verificirung einzelner Daten und der Anordnung der Materialien bedarf es in der Geschichtschreibung der Israeliten bis heute. Diese besondere Bestimmung unseres Bolkes und unsrer Geschichte regt eine Fülle von Gedanken und Empfindungen in uns auf, muß sie aufregen. Der älteste Stamm und die lauterste Geschichte! -Ueber den Wassern der Geschichte, wie sich ein neuerer Geschichtschreiber biblisch ausdrückt*), schwebt der Geist der Vorsehung: die göttliche Vernunft verwirklicht sich in der Geschichte der Menschheit eben so, wie sie sich in der Natur verwirklicht, und in der Offenbarung offenbart hat. Das ist ein Trost der Völker, besonders der unterdrückten, wie der Gedanke der Vorsehung im Leben der Einzelnen der Trost des Einzelnen ist. Denn nun ist es offenbar, daß der Herr Völker vernichtet mit Absicht und erhält mit Absicht, und daß eine feste Bestimmung in der Gesammtheit mit dem Leben jeder einzelnen Nation eng verbunden ist. Diese Bestimmung für den jüdischen Stamm, für die Nachkommendes Abraham aus Ur Cbasdim, zu finden, ist leicht. Die Israeliten sollten die Träger der Offenbarung sein. Dieser Ausdruck bedarf noch einer Erklärung. Es gab und gibt Viele, welche glauben, daß die natürliche Denkkraft des Menschen hinreiche, das göttliche Wesen in seiner Vollkommenheit zu erkennen. Zum Ruhme des Schöpfers fügen sie hinzu, daß die Natur zu genügend mit den Wirkungen der Eigenschaften und Kräfte Gottes ausgcstattet sei, als daß sie den Menschen die Erkenntniß Gottes nicht aufdringen mußte: daß es daher keiner Offenbarung Gottes bedurfte. Abgesehen davon, daß diese hiermit die Offenbarung selbst verleugnen, denn wenn dieselbe nicht durchaus nothwendig gewesen, so hätte sie Gott nicht gegeben, der nichts Ueberflüffiges und Entbehrliches schafft; so behaupten ') Joseph v. Hammer, Geschichte der Osmanen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.