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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 374

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 374 (sequence 396)
Language
German
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IRI
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37L einen geist- und gemüthvollen Menschen bei wiederholter Lesung nicht mit dem Gefühle der Größe anzieht, und ihm nicht einen reichen Stoff zum Nachdenken hinterläßt, sondern im Gegentheil bei längerem Anschauen immer mehr verliert, nicht wahrhaft groß. Denn das nur ist wahrhaft groß, was du, je länger du es betrachtest, desto schwerer und fast gar nicht aus deiner Seele entlassen kannst, und das ungeschwächt in deinem Gedächtnisse bleibt. Wir halten daher das für wahrhafte und lobenswerthe Erhabenheit, die immer und von Allen anerkannt wird. Denn wenn so viele Menschen, verschieden an Sitte, Lebensweise, Bildung, Alter und Sprache, im Lobe einer und derselben Sache Übereinkommen, so muß diese wahrhaft der Bewunderung würdig sein. (Kap. 7.) Es gibt fünf eigenthümliche Quellen der Erhabenheit, von denen die ersten beiden zur Natur, die andern drei zur Kunst gehören. Die erste und vorzüglichste ist: die Begriffe des Großartigen leicht zu fasten, die zweite: die heftige und starke Bewegung des Geistes. Dann die künstlichen Quellen, erstens die Bildung der Figuren, theils in Wörtern, theils in Sätzen; zweitens die würdevolle Einkleidung, deren Theile die Wahl der Wörter, und die gebildete Tropenrede find; endlich die fünfte, alle anderen umfassende: der erhabene Zusammenbau der ganzen Rede. (Kap. L.) Um zu der ersten Quelle, die Begriffe des-Großartigen leicht zu fassen, zu gelangen, muß man so viel als möglich die Seele zur Größe gleichsam ernähren, daß sie stets mit großartigem Sinne gleichsam schwanger gehe. Man wird fragen, auf welche Weise? Ich habe schon einmal gesagt, die Erhabenheit sei das Echo der Seelengröße. Wer daher ein vollkommener Redner werden will, muß nicht einen niedrigen und unedeln Sinn hegen. Denn auf keine Weise kann eine kleinliche und knechtische Seele, und wer nach dieser Art sein Leben eingerichtet, etwas Bewundernswürdiges und durch alle Zeiten Dauerndes Hervorbringen: sondern nur dessen Rede ist groß, dessen Sinn groß ist. Daher ist die Erha-

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