Mannheim
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  1. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 125

    DREI JÜDISCHE KÜNSTLER JAKOB LOW: FRAU M. H. GIPS Impressionisten, tun Groß vor allem not, will er reife Früchte erwarten lassen. Über den schlichten, eindrucksvollen Bildnisbüsten Jakob Löws, eines Schülers von Strnad und Barwig, liegt ein…

  2. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 126

    B O L VON H. E. ACHER Das ist ein Symptom. Eine symptomatische Erscheinung dieser Zeit, wohl ein Outsider, was ihre materielle Seite betrifft, aber ihr erstrebenswertester Inbegriff, Ersatz für das fortgefallene Zentrum des monarchischen Ge…

  3. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 127

    BÖSEL weg verneint, denn die Legende negiert den Alltag ihres Objektes, weil sie nicht dem Alltag entsprießt sondern der Feierstunde der Phantasie. Was ist nun das Geheimnis dieses Juden aus einem kleinen mährischen Dorf? Was ist das Geheim…

  4. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 128

    BÖSEL aber ist das Mysteriöse an dem Manne, daß selbst der Antisemitismus ihm noch keinen ungesetzlichen, ja kaum eine der gegenwärtigen Gesellschaftsmoral — sieht man von der Moral des Klassengegensatzes ab — zuwiderlaufenden Versuch, sein…

  5. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 129

    …r Legendendichter. Aus Bösel kann wieder Siegmund Bösel werden. Der Siegmund Bösel einer neuen, besseren Legende. PSALM DAVID VOGEL Mein Gott, der Verstand, mit dem Du die Buckligen begabtest und die Hinkenden Und alle Gebresteten — Was frommt er ihne…

  6. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 130

    …denheit, die, losgelöst von allem Alltag, losgelöste wilde Beschwingtheit Mura Zyperowitsch, eine jüdische Tänzerin aus Odessa, ist Jüdin und Tänzerin durch und durch. Ihr Leib tanzt die Tänze des Ostens, ekstatischer Inbrunst voll. Wilde, herbe …

  7. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 131

    …ärke auf. An den Westen sich verlieren, hieße hier, den Tanz seiner Heiligkeit entkleiden. Mura Zyperowitsch stammt aus Odessa. Hinter Odessa aber beginnt die große Steppe mit ihrer unermeßlichen monotonen Melodik. Noch hängen in ihren Lüften die…

  8. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 132

    DIE MENORAH VON LEO FISCHMANN Ein staubiger Spielplatz, diese gradlinigen leopoldstädter Straßen, armselige Auslagen, oft in den Wohnungsfenstern, verbogene, halb unleserliche Blechschilder. Der Prater ist nah, aber doch so ferne. Die Mutte…

  9. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 133

    DIE MENORAH erzählt, wie die Heiden die Juden bedrängen und den Tempel verunehren und die heiligen Geräte, wie das heilige Öl knapp wird und durch ein Wunder nur reicht. Und er erzählt, wie die Helden der Makkabäer aufstehen und die Heiden …

  10. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 134

    NEUE MUSIK VON HEINRICH BERL I Unter diesem Titel hat der bekannte Musikkritiker Paul Bekker eine Reihe seiner Essais herausgegeben. Bekker ist seit…

  11. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 135

    …odie gesiegt, die Materie über die Seele. Den »grandiosen« Schlußpunkt dieses progressiven Entwicklungsprozesses stellt Richard Wagner dar. Wagners Musik ist reinster Materialismus und Rationalismus, der nur noch an Ausmaß — nicht aber im Prinzip — übert…

  12. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 136

    NEUE MUSIK monieentwicklung abgeschlossen, die Ära der absoluten Melodie hat begonnen. III Ich frage nun: Wie kommt es, daß sich Bekker unbewußt für Komponisten jüdischer Abstammung vorzugsweise einsetzt <gewiß, er setzt sich auch für Schre…

  13. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 137

    …ndergefallenen und aufgeklärten Menschheit wiederherzustellen. Erst in der späteren Romantik — und mit ihr in der Musik Richard Wagner — wurde die Kunst psychologisierr, wurde sie zum bloß persönlichen Bekenntnis. Zwar wollte auch Wagner das ideelle Band…

  14. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 138

    A. FEDER ANDRE SPIRE ANDRE SPIRE VON HANS KOHN (LONDON) Andre Spire, der 1867 in Nancy geboren wurde, ist der größte lebende Diditer jüdischer Rasse in Frankreich. In…

  15. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 139

    HÖRE, ISRAEL <FRAGMENT> „Jene verfassen s/S auf Wagen und Rosse, ivir aßer denken an den Namen des Herrn, unseres Gottes. Psafm XX. Höre, Israel, Wirst du nicht ablassen, in deinen Gebeten zu wiederholen: »Gelobt seiest du, Ewiger, der du m…

  16. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 140

    Nr. i EINE JÜDISCHE KULTUR- TAT AUF DEM KARMEL VON DR. A. BIRAM, DIREKTOR DES BETH SEFER REALI IBRI IN HAIFA Wer heute das neue jüdische Palästina durchwandert, wer in neuen ländlichen und städtischen Siedlungen mit inniger Freu…

  17. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 141

    EINE JÜDISCHE K UL TUR TA T AUT DEM KÄRMEL und der Metallwerkstätte als wichtiges Fach des Unterrichtes getrieben wird, aber als Methode alle Zweige des Unterrichtes durchzieht. Eine wichtige Aufgabe des Internats ist es, jüdischen Eltern a…

  18. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 142

    Nr. 5 AUF FÜR GESCHRIEBEN WIRD DIES DAS SPÄTERE GESCHLECHT VON ARNO NADEL „Aufgescßrießen ivird dies für das spätere GesdiCedit, damit das neugeschaffne Vofä Gott preise, daroß, daß er ßeraßges…

  19. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 143

    … des Judentums in der schaffenden und nachschaffenden Kunst das Wesen des jüdischen Künstlers ausmachen, dann darf wohl Juliusz Wolfsohn, der immer sein Judentum betont, als jüdischer Musiker gewertet werden. Schon in seiner frühesten Kindheit lauschte der…

  20. 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 144

    DIE WANDDEKORATIONEN IM MOSKAUER JÜDISCHEN THEATER VON JOSEF KALMER Der ausgesprochenste politische Typus unterdrückter oder in ihrer staatlichen Entwicklung gehemmter Völker ist der Schriftsteller. Er ist der Erhalter nationaler Tradition,…