Mannheim
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  1. 1861-01-01 · Heft 1 · page 77

    57 Wir spielten mitunter Bretspiele. An diesem Tage waren wir Morgens durch einen Kammerdirector von Hildesheim und einen Sekretär jeder besonders verhört, auch Gumpels Bedienter und Manes. Bis daher war jeder allein in seiner Kammer in Arr…

  2. 1861-01-01 · Heft 1 · page 78

    58 Samuel sah alle Papiere der Interessenten durch und fand alles in Ordnung, wie der Gerichts-Schulz zu Protokoll gegeben hat. S. weiter unten. — Am Dinstag wurden unsre Gehülfen auf die Kanzelei geladen, die Hofräthe Bernsdorf und Werner …

  3. 1861-01-01 · Heft 1 · page 79

    59 imb Manes, auf dem Bock; die beiden Sergeanten auf dem Beiwagen. Der Lieutenant wollte mit seinen Gardereitern uns bis aufs Stift bringen, aber Best gab es nicht zu. Wir fuhren so bis Klie. Unterweges begegnete uns Salmche Hildesheim. Er…

  4. 1861-01-01 · Heft 1 · page 80

    60 das meines Bruders den Nachmittag bis in die Nacht hinein. Bei letztem Verhör wurden die versiegelten Koffer geöffnet, und die Kleider visitirt. Dabei war ein Schneider und ein Schuhmacher, diese mußten alle Kleidungsstücke ausschneiden …

  5. 1861-01-01 · Heft 1 · page 81

    61 Vor dem heutigen Verhör mußten wir eine Jnterims- Bilanz machen, damit man sehen könne, wie solche ausfallen dürste. Wir, nämlich mein^Bruder und ich, und unser Schreiber Abraham Sturm, der aus einen Eid, sich jederzeit zu stellen, losge…

  6. 1861-01-01 · Heft 1 · page 82

    62 entwerfen. Aber am 7. Mai Nachmittags erschien der Adju-- tant Bogt und meldete, er habe Befehl, uns diesen Abend aufs Clever Thor zu bringen, und fragte, ob wir hin gehen oder in Sänften getragen sein wollten. Er wolle jedenfalls der Me…

  7. 1861-01-01 · Heft 1 · page 83

    63 Abends, zum Essen und um das Bett zu machen, dann ward wieder zugeschlossen*). Freitag, den 4. Siwan (30. Mai) wurden wir beide auf dem Clever Thor, wie das Protokoll nachweist, verhört, ich Vormittags und mein Bruder Nachmittags. Diesma…

  8. 1861-01-01 · Heft 1 · page 84

    64 auf dem Bogen*), — da rief er, das sei schön, er hätte geglaubt, wir arbeiteten, und nun sitze ich hier. Ich erwiderte: wir feien just fertig geworden und ich hätte mich ein wenig an die Lust begeben. Hierbei muß ich anmerken: seitdem wi…

  9. 1861-01-01 · Heft 1 · page 85

    65 schicken. Schrader aber nahm es uns ab unter dem Vorgeben, er müsse es erst Werner zeigen. Er aber ging zu verschiedenen Gläubigern, widerrieth ihnen, auf den Vergleich einzugehen. und zeigte ihn auch Werner, und hielt die Schrift so lan…

  10. 1861-01-01 · Heft 1 · page 86

    66 nen daher nicht weiter auseinander gehen, als der Bulken lang ist; von der Mitte dieses Bulken zieht sich eine dicke Kette herauf, welche an der Hand mittelst einer Handschelle befestigt, ebenfalls geschlossen wird. Es ward Befehl erthei…

  11. 1861-01-01 · Heft 1 · page 87

    67 aus, nahm, uns die Kleider vom Leibe, so daß wir nichts behielten, als ein Paar alte Hosen und einen Schlafrock, also nicht einmal uns kleiden konnten, wenn wir etwa auf die Kanzlei geladen würden. Freitag (28. August) kam ein Befehl, di…

  12. 1861-01-01 · Heft 1 · page 88

    68 Offiziers uns visitiren. Dabei wurde der strenge Befehl.stets erneut, daß wir kein Billet erhalten oder wegschicken dürsten, auch uns nicht Tinte oder Feder gewährt würde. Wir Brüder dursten nicht zusammen kommen und Niemand zugelassen w…

  13. 1861-01-01 · Heft 1 · page 89

    69 Schreiber Fisch er, welcher erst auf der Kanzlei beeidigt ward. Wir stellten zwar vor, es sei nicht möglich, alles auf dem Thor zu machen, indem viele Sachen dazu erforderlich seien. Allein es hieß immer, wir sollten das Unmögliche mögli…

  14. 1861-01-01 · Heft 1 · page 90

    70 angesetzt und die Eröffnung des Urtheils auf Freitag, 6. Jjar 483 ----- 7. Mai 1723 bestimmt. Diese fand nun an demselben Tage gegen Mittag statt. Unsere Sachen waren nach Jngolstadt versandt worden — liegt in Baiern — und wir vernahmen …

  15. 1861-01-01 · Heft 1 · page 91

    71 eine gefährliche Kolik, so daß man glauben mußte, ich würde daraus gehen, und da ich nach dem Essen noch nicht geschlossen war, meldete man, ich sei gefährlich krank. Man befahl, mich nicht zu schließen, und N i k l o mußte die ganze Nac…

  16. 1861-01-01 · Heft 1 · page 92

    72 wurden wir um 1 Uhr durch Adjutant Vogt geweckt mit der Anzeige, er müsse uns auf das Rathhaus bringen. Dies geschah unter Begleitung unserer sechs Schildwachen. Bevor wir vom Thore fortgingen, mußte der Gewaltiger mit seinen Steckenjung…

  17. 1861-01-01 · Heft 1 · page 93

    73 er so etwas annähme; doch hob er es wieder auf, las es und legte es vor sich hin. Daraus fragten sie mich, ob ich keinen gütlichen Vergleich vorzuschlagen wüßte, womit die Gläubiger zufrieden zu stellen wären. Ich bejahete es und es ward…

  18. 1861-01-01 · Heft 1 · page 94

    74 auch ab! Dann riß er mir das Hemd von oben ab aus, — ich war noch geschlossen — und gab mir 40 — 50 Streiche mit der Peitsche aus allen Kräften, noch ehe einer der Herren hinzu gekommen war. Dabei schlug er mir in's Gesicht, zwischen die…

  19. 1861-01-01 · Heft 1 · page 95

    75 Schraube, die wenig schmäler war, und zogen sie so scharf als möglich an; auch wechselten sie, bald die große oben und die kleine unten, und umgekehrt, und zwar einzeln vom Knöchel bis an s Knie und wieder abwärts, und das sehr oft. — Hi…

  20. 1861-01-01 · Heft 1 · page 96

    76 noch nicht/ und besah mich von allen Seiten, hielt mir dem Kopf in die Höhe, besah etwas am Halse, so daß ich glaubte,, der Tod sei nahe, weil er das mit dem Zeichen meinen mußte,, und ich auch den Tod schon nahe fühlte. Nachdem dies all…