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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 96

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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76 noch nicht/ und besah mich von allen Seiten, hielt mir dem Kopf in die Höhe, besah etwas am Halse, so daß ich glaubte,, der Tod sei nahe, weil er das mit dem Zeichen meinen mußte,, und ich auch den Tod schon nahe fühlte. Nachdem dies alles ungefähr 2^ Stunden gedauert hatte, ließen sie mich herunter und machten alles geschwind los. Ich' wußte von meinem Leben nichts mehr. Die Herren befahlen, man solle mich so sitzen lassen. Darauf ließen sie meinen Bruder Gumpel holen. Sie redeten ihm zu, er möge in der Güte bekennen und sich nicht erst so zurichten lassen, wie er mich hier erblicke, — denn ich war mit Blut überdeckt, wie man sich leicht denken kann. Dann brachten sie meinen Bruder nochmals hinauf und warfen mir das Hemd über, welches gar nicht hat angehen wollen. Mit großer Mühe gab man mir den Schlasrock um, die Pantoffeln waren nicht über die große Zehe zu bringen, viel weniger über die dicken, angelaufenen Füße. Beim Anziehen warfen sie mir die Arme übereinander, ich wußte nicht, daß es meine Arme seien. Einer von den Henkersknechten schleppte mich hinaus. Bei jedem Schritt im Keller und die Treppe hinauf bis in den Hof, fiel ich jedesmal zu Boden; alles war an mir zerbrochen, und Leib und Leben zusammen gefallen, wie ein Knaul Garn. Bevor ich aus dem Keller kam, bat ich Herrn v. Bernstorf, mich nicht wieder schließen zu lassen. Er antwortete: Nein. — Als ich nun hinauf kam, brachten sie mich über den bleiernen Boden hinten beim Hnlzhos in ein rechtes Loch, wo arme Sünder zu sitzen pflegen; man warf wich aus Stroh, wie einen Hund, und ließ mich unbedeckt liegen, da mein Hemd aufgerissen war, und ich nichts überzuwerfen hatte. Ich bat um einen Trunk Wasser oder ein Glas Bier, man reichte mir aber nichts, und so ward das Loch zugeschlossen. Jetzt ward Gumpel herunter geholt und wie ich gemartert. — Unterdeß fror mich, daß man meine Zähne durch den Hof klappern hören konnte. Endlich ließ der Adjutant Vogt aus-

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