Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Schreiber Fisch er, welcher erst auf der Kanzlei beeidigt ward. Wir stellten zwar vor, es sei nicht möglich, alles auf dem Thor zu machen, indem viele Sachen dazu erforderlich seien. Allein es hieß immer, wir sollten das Unmögliche möglich machen. Es wurde uns ein Prokurator Albert zur Seite gestellt, welcher die Bücher und sonstigen Sachen unter Verschluß hatte. Auf diese Weise kamen wir endlich dahin am 5. Schewat, 17. Febr. 1722, unsere Defension zu beginnen. — 1SIB. Schreiber und Schreibmaterialien mußten wir selbst bezahlen. Während dessen hatten der Prokurator Schrader und der' Anwalt der Gläubiger H....*1 scharfe Vorstellungen gegen uns eingereicht, die wir jedoch, wie die Akten zeigen, beantworteten, so daß kein Mensch in der Welt dagegen was sagen kann, was auch die eingeholten Responsa von Halle und Jena anerkennen. Endlich übergaben wir unsere Defension im Monat Cheschwan 483 (Herbst 1722) und baten um Verschickung der Akten, was nach langer Verschleppung geschah. — Während der Arbeit waren wir losgeschlossen. Sobald dieselbe fertig war, schloß man uns wieder.. Freitag, 3. Tebeth 483 (11. Dec. 1722) Mittags kam Befehl, Niemand zu uns zu lassen, auch die Köchin nicht, auch den Schreiber Fischer nicht, die Gefangenen sollten geschlossen und garnicht losgeschlossen werden, selbst nicht beim Essen, wie sonst. Abends um 5 Uhr kam wieder Befehl, die Köchin solle das Essen bringen dürfen und das Bett machen, aber wir sollten mit ihr nicht hebräisch sprechen, sondern deutsch, damit der Unteroffizier, es verstehe. Am 12. Abends ward wieder Befehl geschickt, uns beim Essen loszuschließen, Köchin und Bedienten zuzulassen. Am 21. Nißan 423, den 7. Tag des Peßachsestes — 26. April 1723, erschien Rickmann und berichtete, unsere Akten seien zurückgekommen. Einige Tage darauf wurde Termin k) Nicht lesbar.