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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 79

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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59 imb Manes, auf dem Bock; die beiden Sergeanten auf dem Beiwagen. Der Lieutenant wollte mit seinen Gardereitern uns bis aufs Stift bringen, aber Best gab es nicht zu. Wir fuhren so bis Klie. Unterweges begegnete uns Salmche Hildesheim. Er wollte mit uns sprechen: Allein Best hatte den Sergeanten befohlen, es nicht zu dulden, und so fuhr er weiter. In Klie fanden wir unsern Kutscher mit unsern Pferden, bezahlten die Unkosten, und er mußte mit den Pferden fich nach Hannover zurück begeben. — Zu Heide hielten wir an, weil wir nicht gern bei Tage ankommen wollten. Abends endlich fuhren wir durch das Aegidien-Thor herein und warteten vor unserm Hausthor in der Neugasse bis aufgemacht wurde. Hunderte von Leuten sammelten fich um unsre Kutsche, bei welcher eine Schildwacht stand. Der Adjutant Jaken empfing mich mit einigen Soldaten, führte mich in den ersten Stock, ins Schlafzimmer; eben so führte man Gumpel in sein Haus. Jeder von uns erhielt einen Sergeanten und einen Corporalius Zimmer, und eine Schildwacht davor. Sie durften niemand zu uns lassen. Wenn wir Essen verlangten, mußte der Bediente es vor die Thür hinstellen, und der Corporal brachte es herein. — Sobald wir in unsre Zimmer eingetreten waren, erschien der Gerichts-Schulz mit Sekretär Lid mann, und dieser sagte zu mir, hier lägen Kleider, die sollte ich anziehen, und die ich anhätte, ablegen. Sobald dies geschehen war, legte man die Kleider in einn Koffer, der sofort versiegelt ward. Eben so mit meinem Bruder. Unsre Bedienten, Manes und Nathan, verweilten unten bei der Wache in Gumpels Hause. Alles was wir bei uns gehabt hatten, ward ebenfalls versiegelt und in ein Zimmer gethan. Man kann sich vorstellen, welch Aufsehen dies im Hause erregt hat. Dinstag 11 Nissan, 8 April, erschienen früh um 8 Uhr, der Herr v. Bernstorf und der Herr v. Werner, und vernahmen uns. Mein Verhör dauerte fast den ganzen Vormittag, und

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