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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 90

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 90)
Language
German
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70 angesetzt und die Eröffnung des Urtheils auf Freitag, 6. Jjar 483 ----- 7. Mai 1723 bestimmt. Diese fand nun an demselben Tage gegen Mittag statt. Unsere Sachen waren nach Jngolstadt versandt worden — liegt in Baiern — und wir vernahmen nun das Urtheil mit raisous decidantes*), welches für uns sehr günstig lautete. Allein die Gläubiger und Schröder appellirten sofort nach Celle und ihre Berufung ward angenommen, wie die Akten darthun. Am 3. Chislew 484 --- 4. Dec. 1723 kam Befehl vom Obersten, die Schildwachen sollten vor den Gefängnißkammern schildern, damit sie auch die oben sitzenden Gefangenen überwachen könnten. Am 15. Tebeth ---- 11. Jan. 1724, Morgens zwischen 8 und 9 Uhr, wollte ich ein Stück Holz spalten, um einzuheizen, das Beil entfuhr mir aber und schlug mir ein großes Loch ins Gelenk. Ich ließ diesen Unfall melden, und sofort kam Ordre, mich nicht eher zu verbinden, als bis von der Kanzlei der Bescheid käme, und sollte Frede nach Tische kommen und Kehr beim Verbinden zugegen sein. Ich ließ mich indeß unter der Hand von Niklo (?) verbinden. Ich hatte nicht blos eine Ader, sondern eine Hauptsehne im Gelenke durchgehauen. Der Sergeant Striebel von der Compagnie Plack hatte gerade die Wache. Am 17. Tebeth — 13. Jan. 1724 gegen Abend ward befohlen, mich an der guten Seite, an Hand und Fuß zu schließen, nämlich an der linken Seite, weil die Wunde am -rechten Fuß war. Am 22. — 18. Jan., reichte ich eine Vorstellung ein, daß ich mich nicht rühren könnte, und bat losgeschlossen zu werden. Am 27. — 23. Jan. erhielt ich von Werner durch meine Köchin Bescheid, es solle bleiben, wie es ist. Die gute Seite sollte.geschloffen bleiben. Am 4. Schewat — 29. Jan. 1724 Abends, befiel mich *) Warum hier französisch, wissen wir nicht.

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