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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 86

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 86)
Language
German
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66 nen daher nicht weiter auseinander gehen, als der Bulken lang ist; von der Mitte dieses Bulken zieht sich eine dicke Kette herauf, welche an der Hand mittelst einer Handschelle befestigt, ebenfalls geschlossen wird. Es ward Befehl ertheilt, uns beim Essen und Beten loszuschließen, sonst aber uns sowohl bei Nacht wie bei Tage geschlossen zu lassen. — Am Morgen nachher kam ein Befehl, mir des Mittags die Hand loszuschließen, die Beine aber niemals, selbst beim Beten sollte nicht geöffnet werden; obgleich wir uns darüber beschwerten, daß wir so nicht gesetzlich beten können, indem wir bei einem Gebete die Füße an einander stellen müssen, — wurde darauf nicht geachtet. Gleichzeitig ward streng befohlen, unser Gefängniß stets zu zu halten, außer Morgens, Mittags und Abends; außerdem ward unser Taggeld auf 3 Gr. herabgesetzt. Wenn Essen gebracht ward, mußte der Gewaltiger mit einem Unteroffizier es visitiren, ob nicht Zettel oder sonst etwas dabei sei. Die Nacht darauf kam die Hausrunde, der Gewaltiger mußte das Thor ausschließen, und fie untersuchte die Schließung. So geschah es fast jede Nacht. Bald kam hie Runde an's Zimmer und sah nach, bald kam ein Stadterjunge und untersuchte, bald begnügte fich die Runde damit, vor dem Zimmer zu rufen, und man mußte antworten. Seitdem Kahl die Aufficht hatte, durfte Kehr nicht mehr eingelassen werden. Morgens früh erschien der Gewaltiger mit seinen Stadterjungen und dem Unteroffizier der Wache, um zu visitiren; sie blickten sich um im Zimmer und sahen nach dem Geschirre. Mittags wurden wir auf eine halbe Stunde an der Hand losgeschlossen und ebenso beim Abendessen, wonach abermals visitirt und geschlossen wurde. Beim Essen mußte bei Einem von uns der Unteroffizier und beim Andern der Gewaltiger zugegen sein. Wir ließen sie immer mit essen, wie das auch vorher mit Kehr und dem Unteroffizier der Fall war. Mittwoch, den 4. Elul (27.Aug.), kam Schrader ber-

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