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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 78

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 78)
Language
German
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58 Samuel sah alle Papiere der Interessenten durch und fand alles in Ordnung, wie der Gerichts-Schulz zu Protokoll gegeben hat. S. weiter unten. — Am Dinstag wurden unsre Gehülfen auf die Kanzelei geladen, die Hofräthe Bernsdorf und Werner und Sekretär Ewers,, wie das Protokoll ausweist, befragten dieselben, ob wir wirklich hätten als Bankrottirer entfliehen wollen. Sie vereinten dies alle, namentlich Abraham Sturm der Buchhalter, Samuel der Kassirer, Wolf Ofenbach , der Schreiber, Hieronymus Stutzer, der deutsche Schreiber, Hemi, der Jnteressenten-Schreiber, Joseph Hamburger, unser Kopist. A. Sturm, W. Osenbach und I. Hamburger wurden noch in unserm Haus in Arrest gehalten, die übrigen auf einen Eid, sich stets wieder zu stellen, entlassen. Mittlerweile war Ahron Sturm aus Halberstadt hergeschickt worden, welcher hier sich so lange für Abraham Sturm verwendete, daß auch dieser frei kam. Doch hat er 2—3 Wochen gesessen. — Montag, den 7. April, kam nun zu uns der Kriegscommissar Best, und verkündete uns, daß wir Nachmittag nach Hannover gebracht werden sollen. Während wir in Steierwald saßen, kam einmal Syndikus Kap mann*) zu uns, und nachmals wiederholentlich sein Sohn. Nachmittags kam ein Sekretär aus Hildesheim mit dem Verwalter der Witwe Brobeck, und verlangte für diese Bezahlung, indem sie ca. 3000 Thlr. bei uns stehen hatte, die wir nicht zahlen wollten. Der Sekretär hatte Ordre, unsre Sachen öffnen zu lassen und sich das Geld selbst zu nehmen. Wir zahlten also unter Protest 2200 Thlr. baar Geld und gaben noch für den Rest etwas Bruchgold und Ohrringe nebst andern Kleinigkeiten, ungefähr 100 Thlr. werth, so viel man von Hildesheim gefordert hatte. Alles dies ward zu Protokoll ausgenommen, dann fuhren wir gegen 3 oder 4 Uhr ab; Best hatte eine Kutsche, ich und mein Bruder eine, mit Nathan, meines Bruders Bedienten, 0 Wozu dies bemerkt ist, wird nicht näher nachgewiesen.

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