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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 88

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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68 Offiziers uns visitiren. Dabei wurde der strenge Befehl.stets erneut, daß wir kein Billet erhalten oder wegschicken dürsten, auch uns nicht Tinte oder Feder gewährt würde. Wir Brüder dursten nicht zusammen kommen und Niemand zugelassen werden, außer die das Essen brachten. Mittwoch, 3. Septbr., kam noch besonders Befehl, statt daß der Gewaltiger Mittags und Abends beim Essen sein sollte, solle der Corpora! vom Elever Thor heraufkommen, und in der Nacht der Unteroffizier bei Einem und der Corporal beim Andern im Zimmer schlafen, und Kahl, so oft er wolle, zum Visitiren heraufkommen. So oft es dem elenden Menschen einfiel, mußten wir aus dem Bette und uns visitiren lassen. Das war denn die Ursache seiner Entfernung, weil er sich mit Keinem vertragen konnte und täglich neue Händel anfing. Die Oberofsiziere visitirten immer fleißig, und zwar so oft sie Hauptrunde oder Schar- und Tag-Runde machten; erstere kam zwischen 11 und 12, die andere zwischen 12 und 1 Uhr, die dritte im Winter zwischen 4 und 5 Uhr Abends und im Sommer am Tage zwischen 1 und 2 oder 2 und 3 Uhr. Mittwoch, 15. Cheschwan 482-(5. Nov. 1721) wurden wir wiederum wie gewöhnlich durch Soldaten auf die Kanzlei geführt. Ich ward zuerst verhört, wie Protokoll zeigt. Wir hatten eingewendet, wir hätten keine Kleider, weil Schrader uns alles genommen hätte. Man ließ uns sagen, wir sollten so hinkommen, wie wir gekleidet seien, selbst wenn wir nackt wären. Dennoch hatten wir aus unserm Hause doch noch Kleider erhalten. Am 11. Novbr. wurden wir abermals, ohne alle Ursache oder blos zu dem Zwecke, daß wir vor unserm Hause vorbei gebracht werden sollten, wie es ausdrücklich im Befehle hieß, während wir fast immer andere Wege nahmen, vor die Kanzlei geführt. Wir hatten inzwischen nachgesucht, man möchte uns gestatten, unsere Defension machen zu lassen, und nun einen Schreiber verlangt; dies ward uns endlich gewährt. Man ernannte dazu den

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