Mannheim
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  1. 1861-01-01 · Heft 1 · page 97

    77 schließen und mich mit Stroh zudecken, was freilich nicht viel half. Zwischen 9 und 10 kam der Scharfrichter und ließ für einen Groschen Franzbrantwein holen. Das Geld hatte die Schließerin aus meiner Hosentasche bekommen. Ich trank es a…

  2. 1861-01-01 · Heft 1 · page 98

    78 und verordnete fleißige Einreibungen mit Kamillen-Oel, und braunem Wein mit Safran, um die Wunden zu schließen. Das wurde auch den ganzen Tag bis den folgenden Vormittag angewendet. — An demselben Freitage ward Dr. Ebel aus der Kanzelei …

  3. 1861-01-01 · Heft 1 · page 99

    79 Abends ließ ich meine Frau herauf kommen, konnte mich aber noch nicht rühren, nicht Hand oder Fuß bewegen. Als das Bett gemacht werden sollte, mußten zehn Personen mich in einem Laken heraus heben und mich auf ein Ruhebett legen. — Sonnt…

  4. 1861-01-01 · Heft 1 · page 100

    80 wenigen Monaten, das sich gewiß nicht selbst helfen kann. Das Essen mußte man mir in den Mund stecken. Die ersten 8—9 Tage konnte ich gar nichts essen. — So ging es nun bis Dinstag, 5. Ab. — Man hatte allerlei Gerüchte verbreitet, als ma…

  5. 1861-01-01 · Heft 1 · page 101

    81 durch die Schildwache gereicht werden. Niemand solle bei uns sein. So mußte meine Frau und meine Bedienung wieder nach Hause gehen. Am Mittwoch darauf reisten unsere Frauen nach Gelle, um dort die Sache zu betreiben; aber schon an demsel…

  6. 1861-01-01 · Heft 1 · page 102

    82 Der Curator appellirte wieder im Namen der Gläubiger. Von Celle kam endlich der Spruch: wir sollten entlassen werden. Am Montage, 17. des ersten Adar 486 (1726, 18. Febr.) mußten wir vor dem Richter Kesse, in Gegenwart des Vorsängers und…

  7. 1861-01-01 · Heft 1 · page 103

    III. Menasse Ben Israel. Sein Leben und Wirken. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Juden in England. Aus den Quellen dargestellt von Dr. N…

  8. 1861-01-01 · Heft 1 · page 104

    ^Hit welchem Fanatismus die Nachkommen der Juden seit der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts in Portugal verfolgt wurden, ist allgemein bekannt. Jedermann weiß, daß Viele derselben auf den Scheiterhaufen und in den dunkeln Kerkern der Inqui…

  9. 1861-01-01 · Heft 1 · page 105

    86 Mittel zu entdecken, und wo er sie fand, da war Einziehung ihres oft sehr bedeutenden Vermögens, Marter und jammervoller Tod ihr sicheres Loos. Mit dem Regierungsantritte des dritten Philipp erneuerte auch die Inquisition, nachdem sie in…

  10. 1861-01-01 · Heft 1 · page 106

    …er glückliche Dater des gegen 16043 4 5) in Lissabon geborenen Menasse ben Joseph, oder wie er gewöhnlich genannt wird, Menasse ben Israel. 3) Menasse ben Israel, De Termino Vitae (Amsterdam 1639), 236: „Parens meus Joseph ben Israel, p. m. — er war schon 16…

  11. 1861-01-01 · Heft 1 · page 107

    88 Von Menasse's Kindheit und seinen Jugendjahren erfahren wir nicht mehr, als was er selbst gelegentlich darüber mittheilt. In Amsterdam angelangt, wurde er dem Rabbi Jsaac Ufiel, welcher aus Fez eingewandert, Rabbiner eines Theiles der no…

  12. 1861-01-01 · Heft 1 · page 108

    … 1619 verstorbenen Joseph Pardo (Frankel's Monatsschrift für Geschichte u. Wissenschaft, VIII, 387) bestellte sich auch Usiel sein Grab. 10) De Term. Vitae, 236: „... post mortem R. J. Usiel in locum successi.“ Vgl. Vorrede zu De Creatione: „Ab …

  13. 1861-01-01 · Heft 1 · page 109

    90 dem Ruhme, dem königlichen Sänger Enkel gezeugt zu haben *3); seine Frau hat^e ihn mit einer Tochter, Graeia (Hanna) und zwei Söhnen beschenkt, deren einen er nach seinem damals bereits verstorbenen Vater Joseph, den andern Samuel nannte…

  14. 1861-01-01 · Heft 1 · page 110

    …putationen als Gelehrten bereits hatte kennen lernen 16). Auch den Vortragen des nicht minder tüchtigen Predigers Jsaac Aboab^) wohnte der portugiesische Geistliche bei. Als er nun einst gefragt wurde, welcher der beiden Redner ihm am besten gef…

  15. 1861-01-01 · Heft 1 · page 111

    …ten ihrer Jünger mittellos waren ‘'SM. miro; eine Wahrheit, die allenthalben und in allen Zeiten ihre Bestätigung fand. Torquato Tasso, der große Dichter des ,Gefreiten Jerusalem" befand sich in seinem sechsundzwanzigsten Jahre, nachdem schon acht Gesäng…

  16. 1861-01-01 · Heft 1 · page 112

    … der Begründer der hebräischen Druckerei in Holland. Dem Gebetbuche folgte bald die hebräische Grammatik seines Lehrers Usiel 23) und wenige Monate später^) ein eigenes' Schriftchen des Druckereibefitzers, ein Index zu Rabbot. Mit diesem m*) bet…

  17. 1861-01-01 · Heft 1 · page 113

    94 II. Menasse Ben Israel las und verstand an zehn Sprachen^), er schrieb hebräisch, nicht ohne Eleganz portugiesisch und spanisch, englisch mit …

  18. 1861-01-01 · Heft 1 · page 114

    …acula vultu, Sic barbar[or]um turba secum mussitans. En pater ille Deum quot signa ostendit amoris! Hujus saluti gentis usque ut proficit! Nec falso, nam signa Deus monstravit amoris Praeclara, nostrae dum saluti prospicit. Ergo alacres laeto te…

  19. 1861-01-01 · Heft 1 · page 115

    96 Rückkehr, geebneten Weg fand' nunmehr der Haufen der Zügler, Daß, wenngleich der Hauch des heißen Südwinds wehe, Schäume die Welle erzürnt, an beströmete Ufer zu schlagen, Frei und ungebunden über die Ufer hinweg. Wer der ergiebigen Erde…

  20. 1861-01-01 · Heft 1 · page 116

    97 tennung gefunden, wie der Conciliador. Das Rabbiner-Collegium zu Frankfurt a. M., dem ein Sabbatai (Schestel) Hurwitz als Präsident vorstand, approbirte das Werk dieses ,,großen, durch seine Gelehrsamkeit weit bekannten heiligen Mannes"^…