Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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60 das meines Bruders den Nachmittag bis in die Nacht hinein. Bei letztem Verhör wurden die versiegelten Koffer geöffnet, und die Kleider visitirt. Dabei war ein Schneider und ein Schuhmacher, diese mußten alle Kleidungsstücke ausschneiden und untersuchen. Man sand aber nichts Verdächtiges. Eben so nachher bei mir. — Die Ergebnisse des Verhörs enthält das Protokoll. .. Mittwoch (9 April) wurde unser Rabbiner auf die Kanzelei geladen, mit ihm mußte der Kassirer Samuel und Abraham Sturm erscheinen, und wurden vereidigt. Dann wurden sie artikelweise befragt, und ward Protokoll aufgenommen. Freitag (11.) am Rüsttag zum Peßachfeste, Vormittags brachte Herr v. Bernstorf den Befehl, man solle die Irauen und die Bedienten zu uns lassen, doch sollte ein Unteroffizier aufpassen, daß wir nur deutsch sprechen, damit sie verständen, was wir reden. In Folge dessen kam meine Frau, auch meine Schwägerin zu mir. Wir hatten bis dahin uns nicht barbiren dürfen, dies ward jetzt ebenfalls gestattet. Auch meine Kinder wurden dann zu mir gelassen. Man mag sich vorstellen, wie der Empfang war. Dinstag (15 April) kamen dieselben Herren wieder, vernahmen uns jeden besonders und alles wurde protokollirt. Auch unsre Bedienten waren vernommen worden. Manes ward damals entlassen und ritt noch vor dem Feste nach Hause. Nathan ward noch einige Tage länger im Arrest gehalten. Montag, Neumond I. zu Jjar (28 April) wurde der Gerichts- Schulz vor die Herren Bernstorf und Werner geladen, und wegen des Comptoirs und der Obligations- Schränke vernommen. Er gab zu Protokoll, die Eröffnung sei erfolgt, weil Samuel es verlangt habe, unter dem Vorgeben, daß, wenn die Eommissionssachen sich nicht finden sollten, die Wittwe Sarche uns*) in der ganzen Welt verfolgen würde. ) Uns nicht klar.