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  1. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 178 · Dr. Max Schönfeldt

    … Dienste des Krankenwefens der Rigaischen jüdischen Gemeinde, wenn anders das Wort Gemeinde hier am Platze ist. Denn in Riga, einer Stadt von mehr als einer halben Mllion Einwohnern, mit einer jüdischen Bevölkerung von ca. 50000 Seelen, existie…

  2. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 179 · Dr. Max Schönfeldt

    179 — «Gemeindegeldes für nichtjüdische — obwohl legale und Legal gutgeheißene Zwecke. — Zur Linderung dieser Schäden sah sich die jüdische Gesellschaft auf den Weg der privaten Opferwilligkeit und Organisation gedrängt. Um die eigene Initi…

  3. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 180 · Dr. Max Schönfeldt

    - ,180 Häusern, noch mehr an Irrenanstalten herrscht, überdies in der Armenkrankenversorgung auch noch um die verwickelten Fragen der Heimatsberechtigung und Ortsansässigkeit. Welche Schwierigkeit galt es hier nicht zu überwinden, um einem …

  4. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 181 · Dr. Max Schönfeldt

    181 Pflichtopfer und es beglückte ihn, gerade als Jude ein solches freiwilliges Zeugnis bürgerlicher Pflichterfüllung abzulegen. „Ich tue das", so äußerte er sich einmal, „ohne jede Aussicht auf dereinstige bürgerliche Anerkennung. Ich tue …

  5. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 182 · Dr. Max Schönfeldt

    182 Delegierten - teilnahm, wo die-Gegensätze der Zionisten und der links-demokratischen Parteien einerseits und desbürgerlichen Liberalismus, zu dem Schönfeldt gehörte^ andererseits ausgefochten wurden. In seiner Heimatprovinz Kurland war …

  6. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 183 · Dr. Max Schönfeldt

    …ischen Erfahrung erwuchs ihm auch die.Einsicht, wie notwendig es sei, die Gemeindefunktionen, die' wie oben erwähnt, in Riga in der Not der Zeit auf zahlreiche Spezialvereine übergegangen waren, mindestens durch eine einheitliche Beratungs-Körp…

  7. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 184 · Dr. Max Schönfeldt

    184 Welch tiefblickendem Verständnis der Volksseele und ihrer Bedürfnisse gerade diese Befürwortung zeugte. Vergegenwärtigt man sich im Vergleich hierzu den wohlgefügten Bau der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die auf dem rocher de bron…

  8. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 185 · Dr. Max Schönfeldt

    …ter den größten Schwierigkeiten zu unterbrechen, wenn es das Interesse seiner Glaubensgenossen erforderte. So wie er in Riga, dank dem unbegrenzten Vertrauen zu seiner Klugheit und Rechtlichkeit unablässig als Schiedsrichter in Anspruch genomme…

  9. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 186 · Dr. Max Schönfeldt

    …l an das Forum der Wissenschaft ins Nichts zurückzuführen, daran sei nochmals hier erinnert. Das Zustandekommen des von Paul Nathan veröffentlichten Sammelgutachtens der ersten forensischen Psychiater Europas ist vor allem Schönfeldts unermüdlicher Ta…

  10. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 187 · Dr. Max Schönfeldt

    187 zurückgekehrt, wo soeben durch eine neue Beschränkung das Duma-Wählrecht der jüdischen Wähler in Riga und verschiedenen anderen Städten arg verkürzt war, beschäftigte ihn die Sorge um die hierdurch empfindlich erschwerten Wahlvorbereitu…

  11. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 188 · Dr. Max Schönfeldt

    188 russischen Natur und das in leidgeprüfter Menschenliebe aufwallende, stets zu helfen begehrende jüdische Herz. Im dankbaren Gedächtnis seiner jüdischen Heimatgenossen wird Schönfeldt als einer der Höhepunkte ihrer Kulturentwickelung dau…

  12. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 189 · Herz Homberg in Galizien

    Herz Homberg in Galizien. Historische Studie von Pros. Di׳. Maser Balaban (Lemberg). Einleitung. Sm Jahre 1772 wurde Polen zum ersten Male geteilt, und einzelne Landstriche und Provinzen dieses alten Königreiches fielen den drei alliierten …

  13. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 190 · Herz Homberg in Galizien

    190 auf zirka 41/2 Millionen polnischer Gulden beliefen, mußten in 3 Jahren getilgt werden. Dieser Judenreichstag (ועד ד ארצות) war eigentlich das einzige Band, das die Juden in administrativer Beziehung an den Staat fesselte. Mit dem Kronm…

  14. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 191 · Herz Homberg in Galizien

    … der untersten Stufe lehrte man das hebräische Lesen und die Anfänge der Bibel, in der Mittelstufe lehrte man Bibel mit Raschi und schritt an das Talmudstudium. Die höchste Stufe, die Jeschiba, war schon eine Hochschule, die nicht sür Jedermann z…

  15. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 192 · Herz Homberg in Galizien

    192 in den 70er Jahren des XVIII. Jahrhunderts einen jüdischen Syndikus (Pinchas, Sohn Jehoschua's), der selbständig die polnischen Akte aufsetzU), in seiner Gemeinde bildet er aber lange eine Ausnahme, denn noch im Jahre 1816, als der Kaha…

  16. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 193 · Herz Homberg in Galizien

    …nen Leuten, von Dorfschenkern und Waldhütern, sammelten sich um ״den Meister des Namens" und seine Nachfolger: Beer aus Miedzyrzecz, Elimelech aus LeLajsk, Jacob Jsak Horwitz aus Lublin und Nach man aus Brazlaw. Hier wurde zwar Ethik und wahre Frömmig…

  17. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 194 · Herz Homberg in Galizien

    194 > — bald sollte nach Galizien ein Vertreter dieser ״Berliner Religion", ein ״Datsch", kommen, der, auf die Macht des Staates gestützt, mit Gewalt die ״Lehre Mojsche Fressers1״) den jüdischen Kindern beibringen wollte. Erschreckt vergaße…

  18. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 195 · Herz Homberg in Galizien

    195 — Don der kleinen Neuerung,- daß in der untersten Stufe das deutsche Lesen und Schreiben eingeführt werden sollte. Die Juden hatten an ihrem alten Schulwesen nichts geändert, der Staat kümmerte sich nicht darum, ob in den Schulen deutsc…

  19. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 196 · Herz Homberg in Galizien

    196 Rechnung. Das war der Wunde Punkt des großen kaiserlichen Kulturwerkes, und daran scheiterte auch das ganze Unternehmen. Auch das Lehrermaterial für diese Schulen war nicht leicht zu finden; die Lehrer mußten aus Deutsch« land und Böhme…

  20. 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 197 · Herz Homberg in Galizien

    197 § 12. ״Und da nach der gegenwärtigen gesetzlichen Verfassung das (!) Kenntnis der deutschen Sprache und Schrift der Judenschaft von mehr als von einer Seite zur Notwendigkeit wird, so soll an den Orten, wo eine deutsche Schule besteht, …