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  1. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 5

    ס Die Propheten selbst als die Schöpfer der jüdischen Religion legen das entscheidende Gewicht für das Recht ihrer Verkündigung Gottes nicht auf die Zeichen, Gesichte und Begebenheiten, in denen ihnen Gottes Wille kund wird» sondern auf die…

  2. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 6

    System objektiver Beziehungen intelligibler Elemente, Ansatzpunkte des Denkens festgestellt. Der immer tiefer dringende!Rationalismus der wissenschaftlichen Erkenntnis hat aber eben damit alle hylozoistischen Verwechselungen von!Natur und P…

  3. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 7

    7 Gottes, der Gegenwart und Wirksamkeit des Heiligen. Wohl hat die Religion an sich kein Interesse daran, daß das Wirken Gottes in der Form der Naturgesetze sich darstellt. Aber auch in der Gesetzlichkeit des Seins und Geschehens erfaßt das…

  4. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 8

    8 kündet die Eeligion desgleichen in dem religiösen Grundbegriff der Schöpfung der Welt durch Gott. Für die Wissenschaft existiert nicht der Begriff der Schöpfung, so gewiß es nicht die Aufgabe der Wissenschaft ist, das Dasein der Wirkliehb…

  5. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 9

    9 sittlichen Idealismus der prophetischen Gotteserkenntnis wohl vereinbar. Es ist charakteristisch, wie die prophetische Naturanschauung von ethischem Pathos getragen die Naturkräfte für das Sittliche Partei ergreifen läßt, die physischen G…

  6. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 10

    10 in immer radikalerer Anwendung vom Leben des Volkes auf das Leben des Individuums als dessen freie Tat empfunden und beurteilt worden. Wie die Freiheit des Individuums mit der Wirksamkeit Gottes und der Gesetzlichkeit des Geschehens zusa…

  7. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 11

    11 2. Gottesverehrung. a) Sittlichkeit. Die Erkenntnis Gottes aus der Energie des sittlichen Bewußtseins fordert eine Anerkennung des göttlichen Wesens und Wirkens in Sein und Wirken des Menschen. ״Heilig sollt Ihr sein, denn heilig bin ich…

  8. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 12

    12 tung zu wahrhaftem Lehen. So gewiß aber der Gott der Sittlichkeit nicht an den Grenzen des jüdischen Staates zu sein aufhört, ist bereits Y0n den Propheten die Forderung der Gotteserkenntnis nicht auf das jüdische Volk beschränkt, sonder…

  9. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 13

    13 b) Kultus. So sehr die jüdische Keligion in der Erfüllung der sittliehen Forderungen die entscheidende Gottesverehrung, die Heiligung des göttlichen Kamens erkennt, drängt lebendige Frömmigkeit über die Gottes Verehrung durch sittliches …

  10. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 14

    14 Der lebendigen Frömmigkeit widerspricht es, das Gebet als nur subjektiv bedeutungsvoll für die Vertiefung, Klärung, Beruhigung des eigenen Gefühls zu erklären. Ebensowenig kann aber eine magische Wirkung der bloßen Worte des Gebetes auf …

  11. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 15

    15 3. Willensfreiheit. Die Energie sittlichen Willens hat dem jüdischen Gottesbegriff seinen sittlichen Gehalt gegeben, der seinerseits sich geltend macht in der Forderung, das ganze Leben im Geiste Gottes zu weihen. ״Heilig sollt Ihr sein!…

  12. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 16

    16 leben in Freude und Schmerz zum guten Teil Wirkung der vom Menschen unabhängigen Natur auf ihn selbst. Ebenso gewiß, daß seine seelischen Fähigkeiten nicht freies Werk des Menschen, sondern Mitgabe der Natur sind. Nur im Wollen sollte de…

  13. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 17

    17 Eine Lösung des Widerstreites erscheint nur auf dem Wege, den die Bibel selbst andeatet. Sur darum vermag der Mensch sittlich zu handeln, weil der Mensch dem sittlichen Wesen Gottes verwandt ist. Im sittlichen Handeln unterwirft sich der…

  14. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 18

    18 Beligion Verdienst und Gnade. Der Gnade Gottes aber wird teilhaft, wer das Gute ernstlich will und liebt. Darum kennt die jüdische Beligion keine Erbsünde und keine Prädestinaiionslehre. Jedem Menschen steht das Gute offen und jedem, der…

  15. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 19

    19 Seelischen zur vom Physischen gesonderten, freien Existenz der substanziellen Seele verdichten. Die immer reichere Erkenntnis des innigen Zusammenhanges psychischer und physischer Funktionen, die klarere Unterscheidung zwischen beobachtb…

  16. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 20

    und Verworrenheit zugleich und dennoch in einem Beich göttlicher Ziele zu leben. Im Glauben gewinnen die Ideen Kraft und Wahrheit, die Welt zu beherrschen und zu durch* dringen. Es ist die Wahrheit der jüdischen Beligion, die tiefsten Hoffn…

  17. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 21

    Jahresbericht.

  18. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 22

    Das jüdisch-theologische Seminar begeht am 27. Januar zum 62. Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenekel. Im verflossenen Jahre wurde am 27. Januar der Geburtstag־ Sr. Majestät des Kaisers und …

  19. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 23

    4 neues Lebensbild Ibu Esras entworfen und eine gegen die bisherige bedeutend bereicherte Liste der von seinem Autor angeführten Personeu hinzugefügt. Wenn nun auch in sachlicher und namentlich in formaler Hinsicht manches zu wünschen übrig…

  20. 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 24

    5 seineHlück wünsche. Herr Seminarrabbiner Prof. Dr. Lewy hielt-die Ansprache. Am 15. Oktober wurde Herr Seminardirektor Dr. Knoller in Hannover zu seiner Silberhochzeit beglückwünscht. Zur Erinnerung an den auf dem Kriegsschauplatz im Oste…