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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1916-01-01 · 1915 (1916) · page 6

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1915 (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721035--05-2725903
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System objektiver Beziehungen intelligibler Elemente, Ansatzpunkte des Denkens festgestellt. Der immer tiefer dringende!Rationalismus der wissenschaftlichen Erkenntnis hat aber eben damit alle hylozoistischen Verwechselungen von!Natur und Persönlichkeit aufgehoben. Darum kennt die!Natur- Wissenschaft nur das Sein der Natur, nicht aber das über ihr Sein hinausragende Sein des Sollens, der sittlichen Personlichkeit Gottes. Aber auch die Kulturwissenschaft kenut Gott nicht. Wohl ist das Objekt der kulturwissensehaftlichen Erkenntnis ein Sein des Sinnes, ist die Wirklichkeit des geschichtlichen Seins als Sein der Kultur durch die Idee des Seinsollenden begründet. Doch stets in der Endlichkeit des räumlich-zeitlich empirischen Seins. Das Sein der Kulturwirklichkeit ist die Wirklichkeit der geschichtlichen Entwicklung. Pestzustellen was kulturell gewesen ist und wie es gewesen ist als Moment des geschichtlichen Werdens der Kultur ist die Idee der Kultur- Wissenschaft. Gott aber ist nie Moment der geschichtlichen Entwicklung, sondern die Idee des vollendeten kulturellen, in der jüdischen Religion des sittlichen Seins, Inbegriff der sittlichen Vollkommenheit, die nirgends empiiische Realität hat. Das religiöse Bewußtsein von der Schöpferkraft und der Wirksamkeit Gottes ist nicht Spekulation und nicht Wissen- Schaft. Wohl vermag auch die rationale Ordnung der Wirklichkeit dem religiösen Bewußtsein die Gegenwart Gottes zu verkünden, das Sein Gottes aber ist unabhängig von der Rationalität der Wirklichkeit und damit dem Sein der Wissen- Schaft. Die Tatsache, daß in der Religion der Propheten die Gotteserkenntnis ihre sittliche Höhe erreicht hat, während es noch keine Wissenschaft der Natur gab, beweist die Unabhängigkeit der Religion von der Wissenschaft von seiten der Religion. Aber auch von seiten der Wissenschaft liegt kein Grund zur Opposition gegen die Religion vor. Wissenschaft begründet den rationalen Zusammenhang der Wirklichkeit, ist die Erkenntnis der Gesetzlichkeit der Natur. Ein ganz Anderes, die Gesetzlichkeit der Natur gar nicht Berühendes ist es, daß in dem Sein und den Wirkungsformen der Natur vom religiösen Bewußtsein zugleich die Gegenwart und Wirksamkeit eines heiligen Sinnes erfaßt wird. Nichts anderes aber ist Religion als das in Gefühl und Wille wirkende Bewußtsein der durch das Sein der Natur hindurchwirkenden Macht

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