Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 344

    …völlig bewährt. Dem Unterricht zu Grunde gelegt sind seitdem: Kleiner Kathechismus der israelitischen Religion. Von vr. Ludwig Philippson. Leipzig. Baumgärtner s Buchhandlung. 1843. geb. 3'^ Sgr. Kleiner Katbechismus der Geschichte Israel's' (bis zu unsrer …

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 345

    II. Atbcr die bkftk Methode des Tonfirmationsuntcrrichtes. Unter den Gegenständen des neuern Religionsunterrichtes ist der Consirmationsunterricht einer der wichtigsten und schwierigsten. Es ist hier nicht unser Zweck, die Notwendigkeit des…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 346

    3L6 Der jüdische Confirmationsunterricht bekommt schon dadurch eine viel bestimmtere Richtung, daß, wie es allgemein angenommen worden ist, der Actus nicht in einer bloßen Borlegung einiger wenigen, wesentlichen Fragen, die mit Ja oder Nein…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 347

    als den Bestrebungen des Verstandes; da namentlich das Alter des Konfirmanden gerade dasjenige ist, in welchem mit der Frische und Lebendigkeit der Gefühle sich die Tbätigkeit der erwachenden Denkkraft verbindet: so ist es nothwendig bei de…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 348

    muß hier den Lehrer ganz anders finden an äußerm Anstand, an Mienen, an Organ, an Sprachausdruck; er muß finden, daß der Lehrer in einer höbern, schöner« Sphäre weilt, dahin er ihm folgen soll, und da er glücklich, frei und erhoben ist. So,…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 349

    349 fenbarung — warum denn Offenbarung geschehen sei? Was, wenn keine geschehen wäre? Warum jetzt keine Offenbarung mehr? u. s. w. Daß bei dem Consirmationsunterricht auch etwas für das Gedächtniß geschehen muß, das versteht sich, wie wir o…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 350

    350 ein Auszug aus den Dictaten des ConfirmationSunterricktes, und diese Dictate wiederum nur der Stoff zu weitläufigen Erörterungen und Belehrungen sein. Während z. B. der zu dictirende Leitfaden in den Konfirmationen des Schreibers dieses…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 351

    so wird er repetirt, wobei die Antworten die Dictate nur dem Sinne nach, die Bibelverse aber durchaus wörtlich geben müssen. Zu bemerken ist hierbei, daß nicht blos das repetirt werden muß, was niedergeschrieben ist, sondern die wesentlichs…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 352

    352 wird es auch sehr zweckdienlich sein, Aufsätze von Konfirmanden anfertigen zu lassen. Man fange bei diesem Bibellesen mit einigen Kapiteln der Sprüche Salomonis an, lasse einige Psalmen folgen, dann die ersten Kapitel des Predigers, und…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 353

    i - .'iE )ju ' :- ' ^.iL Demerkunge» über Schule und Erziehung. Sobald ich in eine Schule trete, sind es drei Gegenstände, die alsbald meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen: die Schüler, das Schulzimmer und der Lehrer. Die Schüler — aus welc…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 354

    35L Kindern selbst ein Kastengeist, und in den Schulen, die für Begüterte bestimmt sind, ein Hochmuthsgeist aus, der sebr verderblich ist: so wie im Gegentheil Schulen, die nur für Arme sind, ein Gefühl der Bedrückung und Beschränkung mit s…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 355

    / 363 Dasselbe läßt sich vom allgemeinen Geiste der Schule sagen. Eine Schule muß gar nichts Ungebildetes dulden, sie darf der Unbildung gar keinen Raum, keine Gelegenbeit geben, sich zu äußern; die Schule muß gleichsam von der Luft der Bil…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 356

    366 der Luft, und — äußere Ausschmückung. Nichts ist.ungesunder, als das Zusammenschichten von Kindermassen auf schmalen Bänken und in engen Zimmern. Die Schüler müssen weitläufig aus den Bänken sitzen, sich nicht allzunabe berühren und pre…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 357

    357 im Schulzimmer aufgehängten Bilder müssen mannichfaltig und aus den verschiedenen Gebieten entlehnt sein, um dann und wann im Unterrichte darauf zu verweisen, und Einzelheiten leichter einzuprägen. Man könnte dies auch zu einem moralisc…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 358

    358 weil dies ein so wichtiges Kapitel ist, will ich nächstens einige Bemerkungen darüber besonders hinzufügen. Ehedem ein vielgelesenes, jetzt vielvergeffenes Buch ist das Buch über die Erziehung der Kinder von Plutarcb (Trsxi 7r«'!8(,)v «…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 359

    359 nichts weiter als eine lange Angewöhnung. (Kap. L.) Die Erziehung muß frühzeitig anfangen, denn die Kindheit ist wie Wachs leicht zu bearbeiten, und Plato schreibt schön und würdig vor, daß die Ammen den Kindern nicht aller- , Hand Fabe…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 360

    360 Sohn und den Sclaven, den du kauftest. Also auch damals schon war der wohlfeilste Lehrer der willkommenste. Sehr naiv fährt Plutarch fort: was? du weisest deinen Sohn an, mit der rechten Hand zu essen, und schreiest, und schreiest, wenn…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 361

    lassen. (Kap. >0.) Neben diesem ist durchaus nicht die körperliche Uebung zu vernachlässigen, um sowohl den Körper geschickt als stark zu machen. Wie man bei heiterm Himmel das bereitet, was gegen Sturm und Ungewitter schützt, so muß man si…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 362

    362 ist der Schatten des Handelns. Alsdann muß man sie zur Freundlichkeit anleiten, um im Dispute nachgeben zu können. Euripides sagt: „Wenn Zweie sprechen, und der (Line bitzig w rd. So ist der der Weise, welcher nicht antwortet/' «Diese Verse sin…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 363

    363 ten Kapitel, wenn die Jünglinge zu sehr den Vergnügungen ergeben wären, sie zu verheirathen : das sei das sicherste Band der Jugend. Hierbei wäre zu berücksichtigen, daß die Gewählte weder an Stand noch Reichthum über dem Jünglinge steh…