Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 369)
- Language
- German
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als den Bestrebungen des Verstandes; da namentlich das Alter des Konfirmanden gerade dasjenige ist, in welchem mit der Frische und Lebendigkeit der Gefühle sich die Tbätigkeit der erwachenden Denkkraft verbindet: so ist es nothwendig bei dem Unterrichte folgenden Gang zu gehen — zuerst Wirkung auf das Gemüth, dann Ueberzeugung des Verstandes, und endlich Uebergabe an das Gedächtniß zu bleibenden Erinnerungen. Alle diese drei Punkte müssen sich wesentlich vereinigen, und nur durch ihr Jneinandergreifen wird die Wirkung erzielt, die der Confirmationsunterricht im Besondern, und der Religionsunterricht überhaupt haben soll. Betrachten wir erst allgemein die drei angegebenen Punkte näher, so lasten sich folgende Bemerkungen machen. Der Confirmationsunterricht muß wesentlich in der ganzen Färbung ein anderer sein, als aller anderer Unterricht, ja selbst als der gewöhnliche Religionsunterricht. Während in jenem die Forderung an den Lehrer ergeht, sich zu seinen Schülern hinabzuneigen, sich ihnen anzupasten, und sich allmälig mit ihnen zu erheben: so gilt es hier, die Konfirmanden geradezu in die höhere Sphäre der Religion zu versetzen. Da Konfirmation heißt: Einweihung in die Religion und Befähigung zur Uebernahme der Pflichten derselben, so ist die Religion den Konfirmanden nicht mehr das allmälig in ihrer eigenen Entwickelung sich Entwickelnde — sondern ein Gegebenes, das sich nicht ändern und modeln läßt, das als Ganzes ihnen entgegen tritt. In dieser ihrer Vollendung und ihrer Wirklichkeit und Wesenheit muß daher die Religion die höchste Färbung der Heiligkeit haben, und sich so als Göttliches den Geistern der Konfirmanden darstellen. Wenn ich also im übrigen Religionsunterrichte den ununterbrochenen Geist und Anstrich der Heiligkeit nicht billigen möchte, weil sich unter ihm so häufig Heuchelei verbirgt und verbergen kann, sondern vielmehr eine theilweise vertrauliche und lebhafte Annäherung zwischen Schüler und Lehrer recht finde — so muß diese doch im Konfirmationsunttrrichte durchaus wegfallen, der Konfirmand