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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 348

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 348 (sequence 370)
Language
German
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IRI
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muß hier den Lehrer ganz anders finden an äußerm Anstand, an Mienen, an Organ, an Sprachausdruck; er muß finden, daß der Lehrer in einer höbern, schöner« Sphäre weilt, dahin er ihm folgen soll, und da er glücklich, frei und erhoben ist. So, um etwas Specielles anzufübren, muß keine Frage wahrend der Stunde von Seiten des Konfirmanden erlaubt sein, sondern nur Antwort; es muß bei Fragen und Repetitionen der Lehrer die Reihenfolge durchgehen, und Niemanden einzeln aufrufen; er muß bei Stockungen und falschen Antworten keine Schmähung geben; er muß selbst bei lächerlichen Antworten nicht nur das Lächeln unterdrücken, sondern selbst darin Etwas zu finden suchen, woraus sich das Gesuchte irgend ziehen lasse — kurz, die Religion muß in dieser Stunde ihre süßen Banden um die Seele winden — Bande, aber süß und geistig. Ist dies die allgemeine Färbung des Confirmationsnnterrichtes, die Berührung und Bildung des höhern Gemüthslebens-, so darf dennoch die Wirkung auf den Verstand nicht vergessen werden, ein Ge fangen nehmen des Verstandes durchaus nicht statt finden. Denn mag dieses noch so sehr augenblicklich den Geist der Konfirmanden ergreifen, so bewirkt es doch in der später« Zeit, daß mit der Allsbildung des Verstandes ein Trennen und Lossagen von der Religion und ihren Lehren eintritt, weil gegen den Zweifel keine Waffe in die Hand gegeben worden, und die Religion als bloße Autorität erscheint. Ist aber dem Geiste früh gezeigt worden, daß auch im Gebiete der Religion frei der Zweifel sich zeigen könne, und seine Erledigung finde: so wird er auch später geneigt sein, die Religion als, Glaube und Verstand versöhnend, vermittelnd, vereinigend anzusehen. Daher versäume der Lehrer nicht, bisweilen selbst Zweifel aufzuwerfen, und deren Nichtigkeit nachzuweisen — und wenn er dies nicht immer als nackten Zweifel geben will, so werfe er ihn als Frage auf, als ob die Religion die Frage selbst ausstellt und beantwortet. Z. B. bei der Lehre von der Os-

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