Mannheim
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192619321938
  1. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 63

    Darum aber sind die alten Zeiten und ihre Errungenschaften nicht verloren. In uns leben die Geschlechter der Ahnen und kommen damit zu neuem Leben. Sie wirken umso stärker, je organischer sich das neue Leben aus dem früheren entwickelt. Der…

  2. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 64

    und beobachtet schließlich auch ihr Sterben. Um diesen nationalen Tod zu vermeiden, bedarf es deshalb der stetigen Erneuerung des Volksgeistes aus den eigenen Wurzeln seiner Kraft. Er muß er selber bleiben. Gewiß soll er sich aus allem Kult…

  3. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 65

    stamme den Zusammenhang mit der europäischen Kultur gegeben, hat freilich auch neben den philosophischen Systemen mystische und abergläubische Vorstellungen in dieses hineingetragen. Das starke östliche Judentum wurde das Bollwerk jüdischen…

  4. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 66

    In den gegenseitigen Beziehungen zwischen der Heimat des jüdischen Stammes und den Juden der Neuen Welt scheint Amerika der gebende Teil zu sein, wenn man von den Millionen von Dollars liest, die zwar nicht immer gegeben, aber doch oft vers…

  5. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 67

    Welt, vor allem aber im kleinen Erez Jisrael. Schon heute ist die Bodenspekulation in Erez Jisrael zu einer wirtschaftlichen und sozialen Gefahr geworden. Die nach Amerika einwandernden Juden bringen aus den Herkunftsländern die jiddische S…

  6. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 68

    neuen Palästina-Ideale. Hier ist die Möglichkeit gegeben, das verflachende jüdische Amerikanertum zu einem höher stehenden amerikanischen Judentume zu erheben. Dieses Palästina-Ideal bindet nicht nur an das Judentum, verhindert die sonst dr…

  7. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 69

    u'lgemein amerikanischen Sport- und Turnvereinen sehr erfreuliche Erfolge haben, war es bisher unmöglich, eine Jüdische Turn- und Sportbewegung zu beginnen. Die dazu ln erster Linie verpflichteten zionistischen Behörden stehen solchen Probl…

  8. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 70

    bei aller Innigkeit und Tiefe sdiarf und klar. Deshalb ist die Mystik in ihm ein fremdes Gewächs, weil seine tiefe und ernste Frömmigkeit doch alle Verschwommenheit der Gedanken ablehnt. Es ist sich immer klar darüber, daß ein Erkennen begr…

  9. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 71

    Fraglos werden durch die aus den westlichen Ländern, vor allem aus Amerika, nach Erez Jisrael hereingetragene ungerechte Verteilung der Güter und vor allem auch des Grundbesitzes die Nachkommen der Chaluzim enlerbt werden. Das wird nicht oh…

  10. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 72

    einer Renaissance sein kann, die sich nach außen gewiß nicht immer als positiver Fortschritt dokumentiert. Aber eines, das der Traum unseres Golusdaseins und vielen die stärkste Triebfeder ihrer Auswanderung nach Palästina war, sehen wir sc…

  11. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 73

    Da wurde der Keim zur künftigen Entscheidung gelegt: bei denen, die in dem sie Umgebenden, vollständiger sich Auswirkenden das dem Jüdischen absolut Überlegene fanden und die das Jüdische als das Fremde und Feindliche in sich abzutöten stre…

  12. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 74

    — mit Ausnahme einiger Wohnviertel in den Städten — ist rein jüdisch; sogar die Gestalt der Straßen und Häuser ist jüdischer Lebensführung entsprungen, jeder Nichtjude ist hier ein Fremder. Die Wochen-, die Jahreseinteilung ist jüdisch, die…

  13. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 75

    schentum entwickeln könnten. Noch lebt ihnen im Blute der Widerstand gegen die europäischen Völker, und so finden wir bei ihnen eine etwas bornierte prinzipielle Ablehnung und Überheblichkeit gegenüber allem Nichtjüdischen. Wir erleben Fäll…

  14. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 76

    Tel-Awiw und einigen unserer neuen Siedlungen. Hier bekommt tatsächlich ein Kind nur selten einen Araber zu sehen, hat keine Gelegenheit, die arabische Sprache zu erlernen und kennt nicht viel mehr von der Natur der Araber, als ein europäis…

  15. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 79

    …e mit einer ganz ausgesprochenen Persönlichkeit und einem lebhaften Schaffensdrang : ein Tierkenner und Tierfreund, der allerhand Vorrichtungen zum Wohl seiner Tiere herstellt. Alle anderen, bis zu den Erwachsenen hinauf, leben ein Müßiggänger- 7\

  16. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 80

    dasein, das durch das in der englischen Schule aufgenommene Wissen nur wenig von seiner Leere verliert. Audi die Erwachsenen, von denen die meisten Frauen und ein Teil der Männer Analphabeten sind, verbringen viele Stunden des Tages damit, …

  17. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 81

    Dauerhaftigkeit guter Beziehungen zwischen ihnen und den arabischen Kameraden, der sich noch im Schlafe in Angstträumen, in denen stets Araber eine Rolle spielen, ausspricht. Aus den obigen Aussagen ergibt es sich, daß das Verhältnis des jü…

  18. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 82

    kann auch von einer jüdisch-arabischen Verbrüderung noch keine Rede sein: noch fehlt das gemeinsame Interesse. Nur ein beiderseitig wohlwollender Verkehr bis zu einer gewissen Grenze ist möglich, wenn auch viele jüdische Eltern, in der Erwä…

  19. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 83

    WOLFGANG v WEISL:*) Die Eröffnung der Hebräischen Universität. Jerusalem, im April 1925. Drei Jahre lang waren die Juden in der politischen Defensive gewesen: Schritt auf Schrit drangen die Araber vor, mußten die Zionisten zurückweichen. Nu…

  20. 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 84

    Natürlich war und ist die Eröffnung einer Universität eine sehr harmlose, sehr kulturelle Angelegenheit, gegen die niemand etwas einwenden dürfte. Und die Zionisten wurden auch nicht müde, das in Wort und Schritt überall zu versichern. Aber…