Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 84)
- Language
- German
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kann auch von einer jüdisch-arabischen Verbrüderung noch keine Rede sein: noch fehlt das gemeinsame Interesse. Nur ein beiderseitig wohlwollender Verkehr bis zu einer gewissen Grenze ist möglich, wenn auch viele jüdische Eltern, in der Erwägung, daß ihre Kinder dabei in geistiger Beziehung nichts gewinnen, sich an ein orientalisch-müßiges Herumlungern gewöhnen und einer frühen Reizung ihrer sexuellen Triebe ausgesetzt sind, einen solchen Verkehr verhindern. Wenn man — sogar vom Auslande her — den Palästinensern Vorwürfe macht, daß sie nicht in genügendem Maße Verständnis und Freundschaft für die Araber erstreben, so darf man nicht vergessen, daß sich vielleicht bei Erwachsenen, auf Grund praktischer oder moralischer Erwägungen, ein Gefühl forcieren läßt, daß aber das Empfinden des Kindes nur auf seiner eigenen, naiven Beobachtung erwächst. Gewiß können wir unsere Kinder zur Gerechtigkeit, zur Rücksicht gegen den von ihm als inferior Empfundenen erziehen, vielleicht sogar zu dem Wunsche, ihn mit sich emporzuheben. Aber auf ein Gefühl der Gleichheit und Brüderlichkeit können wir nicht hoffen, solange die kulturellen Stufen so verschieden sind wie jetzt. Die Forderung der Menschlichkeit zu erheben, ist in der Tat dringend nötig, da es weite Kreise gibt, — in ihnen sogar Lehrer und Jugenderzieher die dem Araber gegenüber nur Haß und Verachtung kennen und in unverantwortlicher Weise die Jugend zur überheblichen Rücksichtslosigkeit erziehen. Aber Menschlichkeit ist noch nicht dasselbe wie Freundschaft. Diese aber ist im Augenblick noch ebenso fern, wie die Gefahr einer Assimilation unserer Kinder. TU