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Jüdischer Almanach · 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5686 (1925-1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 76 (sequence 78)
Language
German
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Tel-Awiw und einigen unserer neuen Siedlungen. Hier bekommt tatsächlich ein Kind nur selten einen Araber zu sehen, hat keine Gelegenheit, die arabische Sprache zu erlernen und kennt nicht viel mehr von der Natur der Araber, als ein europäisches Kind. Dem so gegen die fremde Außenwelt abgeschlossenen Kinde, das nur zu Zeiten, in denen die nationale Gegnerschaft aufflammt, mit dem Araber in Berührung kommt, ist er ein Feind und eine drohende Gefahr, und gegen dieses aus elementarem Erlebnis entsprungene Gefühl kann ein Aufklärungsunterricht nur wenig ausrichten. Näher schon steht der Araber dem Kinde in den älteren Kolonien, in denen man arabische Arbeiter beschäftigt. Hier hat es Gelegenheit, die arabische Sprache zu erlernen und die Lebensgewohnheiten des Volkes zu begreifen. Da es aber hier fast nur mit ganz unwissenden, frönenden Fellachen in Berührung kommt, wird es geneigt, im Araber schlechthin den Knecht zu sehen. Die meiste Gelegenheit hat das Stadtkind, mit den Arabern in eine nahe und kameradschaftliche Berührung zu kommen. Dem jüdischen Kinde steht kein Widerstand des arabischen Kindes gegen einen freundschaftlichen Verkehr im Wege. Eine große Zahl der in Palästina aufgewachsenen Kinder versteht auch genug Arabisch, um sich verständlich zu machen. Dennoch sehen wir bei unseren jüdischen Kindern nur geringe Neigung zum Verkehr mit Arabern. Diese Beobachtung möchte ich nicht mit allgemeinen Urteilen über das arabische Volk begründen, sondern mit gewissen Beobachtungen, die wir tagtäglich in der unmittelbaren Umgebung unseres Hauses anstellen können, und mit Urteilen unserer ganz unbeeinflußten Kinder selber. Die arabischen Kinder unserer Nachbarschaft gehören fast durchweg den ersten Adelsfamilien des Landes an und werden in den besten arabischen und englischen 72

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