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Jüdischer Almanach · 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5686 (1925-1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 79 (sequence 81)
Language
German
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Schulen erzogen, sodaß sie eine gewisse Auslese darstellen. Trotzdem sind sie in ihrer äußeren Erscheinung viel ungepflegter, als die jüdischen Kinder des Viertels. Sie gehen oft in unsauberen, geschmacklos der europäischen Tracht angepaßten Kleidern und häufig in einem langen Hemd herum. Ihre Mahlzeiten nehmen sie mit den Fingern aus einer gemeinsamen Schüssel. Sie haben unsaubere Gewohnheilen. In den Stunden, die sie nicht in der Schule verbringen, tollen sie im Freien herum, spielen körperliche Spiele oder hocken und liegen untätig auf dem Boden. Manchmal helfen sie bei häuslichen Verrichtungen, aber mit einer einzigen Ausnahme haben wir noch nie gesehen, daß sie irgendetwas gebaut, gepflanzt, geschaffen hätten. Ein Buch — mit Ausnahme eines Lehrbuches, flus dem laut gelernt wird — sehen wir fast niemals in ihrer Hand. Prügeleien zwischen den Knaben beobachten wir sehr selten, ja, den Mädchen und kleinen Kindern gegenüber läßt sich sogar eine besondere Zartheit der Behandlung feststellen. Dagegen werden vorübergehende Jüdische Kinder und auch Erwachsene mit Schimpfworten und Steinwürfen verfolgt und in schamloser Weise beleidigt. Einmal sahen unsere Kinder mit an, wie ihre arabischen Nachbarn einen jungen Chassid überfielen Ur>d ihm die Schläfenlocken abzuschneiden suchten. Die Spiele der Knaben, soweit sie nicht sportlich oder ein bloßes Tollen sind, legen es ganz unverhüllt auf ^sexuelle Reizungen an. Unter den etwa dreißig arabischen Kindern unserer Nachbarschaft ist ein einziger Knabe mit einer ganz ausgesprochenen Persönlichkeit und einem lebhaften Schaffensdrang : ein Tierkenner und Tierfreund, der allerhand Vorrichtungen zum Wohl seiner Tiere herstellt. Alle anderen, bis zu den Erwachsenen hinauf, leben ein Müßiggänger- 7\

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