Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 162)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Blick nach dem Zeremonienhof und dem Garten öffnet. Der Garten ist dem Niveau angepasst und terrassiert. Der erste Stock ist als geschlossener Raumkomplex für die internen Gemeindeangelegenheiten ausgebaut. Da diese Räume des ersten Stocks niemals gleichzeitig mit den Galerieräumen benützt werden, ist es möglich, die Hauptstiege zur Frauengalerie zu benützen, die bei Gottesdiensten nicht von Männern betreten werden darf. Der zweite Stock enthält die Frauengalerie nebst Garderoben und Toiletten. Mit Rücksicht auf die langen Gottesdienste an grossen Festtagen wurde auch ein Raum zum Ausruhen für die Frauen vorgesehen. Ein Erker führt als Laufgang zum Sängerbalkon, der auch Platz zum Aufstellen eines Harmoniums bietet. Im selben Geschoss wurde die Wohnung des Kantors untergebracht. Im Dachgeschoss befindet sich die Wohnung des Tempeldieners, eine Waschküche, Bad, Trockenboden und Archiv. Die Garderobe im Parterre und ein Teil des Hofes sind unterkellert. Im Keller sind die Heizungs- und Staubsauganlage, der Transformatorenraum und die Pärteienkeller gelegen. Der Vorgarten ist gegen die Strasse durch ein Gitter abgeschlossen. Die Strassenfassade erhebt sich aus Bruchsteinmauerwerk mit breiten weissen Mörtelbändern; Garten- und Hoffassade sind geputzt und gelb gefärbelt. Das Haus steht auf fünf Pfeilern, vier Hofpfeilern und einem Betonpfeiler im Hauptbetraum, um Galerie und Decke zu tragen. Sämtliche Decken und die Galerie sind aus Eisenbeton. Der Fraueneingang ist gegen den Männereingang durch ein bis zur Decke reichendes Gitter abgeschlossen, das den Blick in den Brunnenhof ermöglicht. Hof, Garderobe, Vorhalle und Verbindungsgänge des Parterres sind mit grossen Kelheimer Platten zwischen Ziegeln gepflastert gedacht. Im Hauptraum stehen die Bänke auf Holzfussboden. Die Gänge sind mit Kelheimer Platten bedeckt. Die Gartenwege, die Einfassungen der Beete und der Zeremonienhof sind mit Ziegeln gepflastert.