Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 161)
- Language
- German
- Belongs to
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159 Beim Projekt der Hietzinger Synagoge wurde versucht, allen erwähnten traditionellen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Man tritt axial auf einen Brunnenhof ein, der den Mittelpunkt der baulichen Anlage bildet, und gegen den sich das Haus in allen Geschossen öffnet, während es gegen die Strasse streng abgeschlossen ist. Die grossen Glastüren zwischen Garderobe, Vorhalle, Verbindungsgängen und dem Hof sind umzuklappen, so dass ein grosser offener Raum neben dem Betraum entsteht, um bei längeren Gottesdiensten im Sommer den Aufenthalt im Freien zu ermöglichen, ohne das Haus verlassen zu müssen. Das Gitter des Almemor im Hauptraum daneben ist aus Schmiedeeisen und trägt die Lampe für die Raumbeleuchtung, während alle rituellen Lichter, wie Sabbathlampe, Chanukalampe und Totenlichter beim Aufgang zur Bundeslade angebracht sind. Die Gänge sind so angelegt, dass einerseits das rituelle Herumtragen der Thorarollen, anderseits ein leichtes Kommunizieren zu den Garderoben und Notausgängen ermöglicht wird. Der Beträum für Wochentage, der zugleich als Schulzimmer dient, ist mit dem Hauptraum durch Fenster verbunden, damit er an grossen Festtagen mitbenutzt werden kann. Im übrigen enthält das Erdgeschoss noch das Bedeckzimmer, in welchem die Braut mit dem Schleier bekleidet wird, und die Unterfertigung der Trauungsdokumente stattfindet, das Rabbinerzimmer und die Toiletten. Die vorgeschriebene Verbauungstiefe lässt an der Rückseite des Bauplatzes noch einen Streifen frei, der durch eine von der Baubehörde vorgeschriebene Notstiege in zwei Teile geteilt wird, links den Garten und rechts den Zeremonienhof. Dieser bietet Raum zum Aufstellen der Laubhütte, um welche Bänke angeordnet sind. Die Notstiege zur Frauengalerie wurde als Gartenstiege ausgebildet, die auch bei festlichen Veranstaltungen der Gemeinde die Verbindung zwischen dem ersten Stock und dem Garten herstellen soll. Sie ist so angelegt, dass sich abwechselnd der