Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 175

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 175 (sequence 177)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4919024-4919342--0495-4919519
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

175 dringen und im Ursprung das Jüdische offenbaren. Das Mutterbildnis eines ganz Jungen, noch unbekümmerten, fast spielerischen Talentes au3 Westdeutschland, Felix Nussbaums, schliesse diese Reihe, die zwar Auswahl, aber symptomatisch ist: selbst in diesem heiteren unproblematischen Bild, das kaum eine ausgesprochene jüdische Physiognomie zeigt, geht ein Blick von den Augen, klingt ein Ernst auf, den man sonst kaum in den Bildern dieses Künstlers sieht, die Sprache des Blutes. Die Sprache des Blutes wird lebendig, seelische Gemeinsamkeit treten ins Bild. Bekenntnisse tun sich kund, Wesenverbundenheiten leuchten auf, wenn jüdische Künstler ihre Eltern malen. In jedem Atelier hatte ich, wenn ich diese Bilder sah, das gleiche Erlebnis, fühlte ich diese Beziehung zwischen Schaffen und Judentum. — Eine Beziehung, die, wie gesagt, nicht etwa auf „Jüdische Kunst" schliessen lässt, die aber diesen Elternbildern jüdischer Künstler eine jüdische Prägung, eine besondere Wirkung gibt: die Wirkung eines lebendigen Judentums, das mit wun- , derbarer Kraft fortlebt von Geschlecht zu Geschlecht. Felix Nussbaum: Bildnis meiner Mutter. K. Harald Isenstein: Bronzeschmuck am Grabstein der Eltern des Künstlers.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.