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158 sehr beschuldigt. Kinsky, Kaunitz, Morzin u. a. mußten die Stadt verlassen und außerhalb derselben verweilen, bis sie sich purificirt hatten. Der Graf Kinsky, Oberstlandhofmarschall und Oberstlandkämmerer in Böhmen, war sogar beschuldig…
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159 allgemeinen, wenn nicht besser, doch mindestens nicht schlechter als ihre andern Mitbürger waren, und daß die Art und Weise des Befehls, sowie die angeordnete Ausführung desselben auf Leidenschaftlichkeit hinweist. Hinterher suchte man …
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160 mit der Judenschaft die Canzley freye, von der Cameral-Hofsstelle ungebundene Hände gehabt. Mit eben solcher behändigkeit wirdt nun auch, da es aufs Böhmen ankommen soll, die Cantzley zu Werke schreiten. Jedoch treten hierbei solche wic…
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161 ehrliebenden Gemeinschaft nicht eonform. Es soll also eine Lheilweise und allmähliche Austreibung stattfinden. Vierte Abtheilung. „1) Die jetzige rauhe Winterszeit und die Vielheit deren äoxoi'tanäorum, so sich bey der Präger Judenschaf…
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162 Luffnehmen, Ew. königl. Maj. auch nicht gesinnt seyn dürfften, mit so. schädlichem und unvermöglichem Volk dero Erbkönigreich Hungarn überschwemmen zu lassen, so bleibet ihnen fast kein anderes reeeptaeulum übrig, als in Pohlen oder Bra…
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163 rauhe, auch aus der Lausitz für Leinewand- und Schleierwaaren, welches alles sich wahrhafftig bei der Präger Judenschafft auf was recht großes und vielleicht Millionen erstrecken muß. „Wenn nun die Judenschafft aus Prag auf einmal und g…
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— 164 - Lande schädlich, sondern was das Königreich Böheimb. am meisten drücket, sind die jüdischen Oomuuilätev, welche gleichsamb in separirten Städten und im Comercio über das Christenthumb fast erwachsen und nichts neben sich aufkommen l…
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165 Hierentgegen sind unter der Präger Judenschafft verschiedene Wohlhabende und in derley Sachen sich nicht mischende particulares, welche den größten Theil des böhmischen Commercii in ihre Hände gebracht. Diese befördern die böhmischen La…
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166 ein Wort für die Juden spreche u. s. w.; nichtsdestoweniger erkennt sie die Nützlichkeit eines Theils der Juden an. Sie scheidet zwischen Pöbel, d. i. demjenigen Theil, der arm ist, den sie sammt und sonders als eine Rotte von Hehlern u…
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167 jener Zeit nicht die Erfahrung gemacht, daß arme Leute reich und reiche Leute arm werden? Doch trotz des Bermittelungsvorschlags beharrte die Kaiserin bei ihrer Ansicht, und Tags darauf, am 18. Dec., erschien das Ausweisungsdecret. Trot…
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168 dann ihrem Rathhauß und voputirtenambte dem Philipp Grafen v. Kollowralh als allergnädigst constituirten Lxeeutions Comissario behändigt und solchemnach Ew. königl. Maj. allerhöchsten Befehl sich mit Vergießung häuffiger Thränen und Weh…
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169 fließet), es müsse dem ungewissen Zustande der Juden ein Ende gemacht werden. Sie leben zusammengepfercht und gedrängt auf dem Lande und seien Seuchen zu befürchten. Hierauf rescribirte die Kaiserin am 31. Aug. 1745 eigenhändig concedir…
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170 ihre Möbel billig verkaufen; sie befinden sich ohne Erwerb und wohnen zerstreut. Bald sah man sich jedoch genöthigt, da viele Juden infolge des strengen Winters krank wurden, dieselben nach Prag ziehen zu lassen. Wie natürlich, mußten b…
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171 thumb selbst betreffenden Anstanden wohl möglich zu sehn Erachtet hat. „Es ist hierbei wahrhafftig ein schwerer Zustand, dann die vormals in Prag geweste Judenschafft kann sich wegen ihrer dortigen eigenthümlichen und mit keinem Recht I…
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172 Fast buchstäblich ging das Wort der Klagelieder in Erfüllung: „Die Leckerbissen genossen, verschmachten auf der Straße, die erzogen wurderr in Purpur, umfassen den Koth", und doch verlangte man von denselben, um sich „angenehm" zu mache…
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173 Stoß erlitten, da ihre Glaubensbrüder, mit welchen sie in Geschäftsverbindung standen, aus Prag vertrieben wurden. Die Präger Juden hatten jedoch nicht einmal ein Plätzchen, wo sie ruhig ihr Haupt niederlegen konnten. Wenn man den häusl…
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174 Die Kaiserin wies diese Vorschläge zurück und gestaltete nur, daß die Juden, wenn sie die Erlaubniß dazu erhalten haben, während der Tageszeit in Prag sein dürfen, um ihre Angelegenheiten abzuwickeln. Am 23. December 1745 erlaubte sie, …
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— 175 Brüun und Olmütz untersagt. Auf ein Gesuch von feiten der Juden, diese Städte besuchen zu dürfen, rescribirte die Kaiserin: „Bleibt bey meiner Resolution, daß keiner in Olmütz noch Brünn hineinzulassen auch sogar in deren Vorstädten n…
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176 Diejenigen, die nichts haben, sollten weggeschafft werden, was am Ende eines jeden Jahres zu bestimmen sei. Vorläufig blieb jedoch der provisorische Zustand. Die Präger Juden lebten zwischen „Hangen und Bangen in schwebender Pein." Sie …
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177 statt ihnen zahlen müssen, merklich geschwächt, die wenig habende aber gäntzlichen entblößet, umb so mehr auch von darumben, weilen: „Pro secundo: die mehrsten bies anhero ohne allen gewörb und Nahrung bies auf gegenwärtige Stund verhar…