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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1869-01-01 · Heft 1 · page 164

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1869
Issue
Heft 1
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 164)
Language
German
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IRI
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166 ein Wort für die Juden spreche u. s. w.; nichtsdestoweniger erkennt sie die Nützlichkeit eines Theils der Juden an. Sie scheidet zwischen Pöbel, d. i. demjenigen Theil, der arm ist, den sie sammt und sonders als eine Rotte von Hehlern und Stehlern u. s. w. darstellt, und den wohlhabenden Leuten „von welchen auch das Wohl des Staates behänget." Die Theorie, daß der reichere Jude auch der bessere Jude sei, war zy jener Zeit und in einer noch viel spätern sehr en vogue. Wie konnte man sich jedoch wundern, nachdem der Besitz das einzige Kriterium für die Nützlichkeit des Juden war, daß der Jude eben nach Besitz strebte? Wurde ihm nicht der Fehler geradezu eingeimpft und aufgepfrost? Wir bestreuen es freilich, daß der Jude in höherm Maße diesen Fehler besitze, als andere Menschen; sonst hätten die Juden nicht so viele Opfer für ihren Glauben gebracht, sonst würden sie heute nicht noch so viele Opfer für denselben bringen, da sie genöthigt sind, für ihren Cultus und für ihre Schulen selber zu sorgen. Wir können es auch nicht glauben, daß der größte Theil der Juden, der „Pöbel," eine Horde von Hehlern und Stehlern war. Und war dieses der Fall, warum sind die rechtmäßigen Behörden nicht gegen dieselben eingeschritten? In den ersten Regierungsjahren der Kaiserin war das Reich in seinen innern Grundfesten erschüttert. Aeußere und innere Feinde des Kaiserstaats wollten denselben aus den Angeln heben und ihn zerstören. Trotz des Kugelregens und der Sturmglocken fand man Zeit, ellenlange Actenstücke über die Ausweisung der Juden zu schreiben. Sollte man nicht Zeit gefunden haben, der Gerechtigkeit die Satisfaction zu verschaffen und die Hehler und Stehler zu bestrafen? -- Wie kindisch übrigens die Ansichten über Nationalökonomie waren, geht daraus hervor, daß man den Besitz für werthvoll hielt, die Arbeit aber für nichts anschlug und berechnete. Die Hofkanzlei wollte, daß den reichen Leuten der Aufenthalt in Prag gestattet werde. Hat man zu

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