Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 161)
- Language
- German
- Belongs to
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163 rauhe, auch aus der Lausitz für Leinewand- und Schleierwaaren, welches alles sich wahrhafftig bei der Präger Judenschafft auf was recht großes und vielleicht Millionen erstrecken muß. „Wenn nun die Judenschafft aus Prag auf einmal und gählings fort sollte, wie wird der Bürger- und Kaufmannschafft, denen Landständen und auswertigen Creditspartien, mithin der Justitiae commntativae, so außer Acht zu lassen eine Gewissenssache wäre, vorzusehen sein? 4) „Das Exempel von der schlesischen Judenabschaffung cle anno 1738 hat zur Genüge gezeigt, was für Zeit es erfordert hat und wie schwer es zugegangen, daß die nur in wenig Tausend bestandene Judenschafft mit Ordnung» und Recht außer Landes gekommen. Damals war es um die Mitte der Sommerszeit, tmJulio; man gestattete für die nicht so massenhafte und auch nicht so arme schlesische Judenschafft ein Vierteljahr, ja man dissimulirte, daß die Ausziehung sich eine Zeit darüber verzögerte. Es ist doch zu Stande gekommen, wie man gewollt, und ohne jemands merklichen Schaden. Die gebrauchte kleine Nachsicht hat nichts geirrt, weilen man auf dem einmal gefaßten Beschluß fest verblieb und die Judenschafft von ihrer Verzögerung keine andere als ihnen selbst schädliche effectus anhoffen mochte. War nun diese Verführung dort notwendig und unabhänglich, wie viel wehr also anjetzo, da es auf Böhmen und auff eine vielfach größere migration der dortigen meistentheils blutarmen Juden ankommt. „5) Ew. königl. Maj. verlieren bei der Nachsicht in dem Termine der Ausschaffung nichts. Es ist zwar sonsten die Geschwindigkeit in vielen Begebenheiten gut und heylsam. Wenn sich aber bey andern Umbständen eine Sache auff einmahl nicht brechen lasset, so ist es eine Notwendigkeit Zeit und Noäaiität zu Hilfe zu nehmen." Fünfte Abtheilung. „Warum sollen die Juden abgeschafft werden? Nicht alles, was den jüdischen Namen tragt, ist hiesigem Ermessen nach einem ii*