Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 172)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Die Kaiserin wies diese Vorschläge zurück und gestaltete nur, daß die Juden, wenn sie die Erlaubniß dazu erhalten haben, während der Tageszeit in Prag sein dürfen, um ihre Angelegenheiten abzuwickeln. Am 23. December 1745 erlaubte sie, daß diejenigen Juden, die. in der Umgebung Prags lebten und infolge der Winterszeit krank wurden, nach Prag kommen dürfen, um sich daselbst pflegen zu lassen. Bevor jedoch iese Resolution eintraf, zeigte die Statthalterei' vom selben Datum an, daß sie infolge der vielen kranken Juden auf eigene Faust 200 derselben, die „nicht übel verhalten" sind, und welchen strengstens aufgetragen wurde, keinen Handel und Wandel zu treiben, gestattet habe, nach Prag zu kommen, um sich „durch die in der Stadt an Handen habenden voetoi'68 und Apotheken curiren zu lassen", und verbindet damit den Wunsch, daß „bei dem wachsenden Elend der Juden eine Unalresolution in Angelegenheit der Ausweisung sehr zu wünschen wäre". Wir haben bisher blos von den böhmischen Juden im allgemeinen und von den Präger insbesondere gesprochen. Wir müssen nun auch der Juden in Mähren gedenken, die in gleicher Weise wie ihre Glaubensbrüder in Böhmen ausgewiesen wurden. Gegen die Juden in Mähren liegt von keiner Seite etwas vor, das in irgend einer Weise die angeordnete Ausweisung motiviren würde. Da Mähren ehemals zur böhmischen Krone gehörte, so wollte man wahrscheinlich nur die Zusammengehörigkeit in dieser Richtung geltend machen. Die Juden in Mähren kamen übrigens sozusagen mit dem bloßen Schrecken davon. Allerdings wurden die sogenannten „verbotenen Orte" vermehrt nnd war ihnen der Eintritt in werden wir im Verlauf dieser Darstellung noch Gelegenheit zu sprechen haben. Vorläufig wollen wir bemerken, daß diese Nachsätze jedenfalls so incorrect find wie die Vordersätze.