Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 162)
- Language
- German
- Belongs to
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— 164 - Lande schädlich, sondern was das Königreich Böheimb. am meisten drücket, sind die jüdischen Oomuuilätev, welche gleichsamb in separirten Städten und im Comercio über das Christenthumb fast erwachsen und nichts neben sich aufkommen lassen. Die Juden eomuuität zu Prag hat etliche und 30 Häuser von altersher xroxrie zur Judenschaft gewidmet. Nebst diesen hat sie unter der Fürst Lichtenstein'schen Gubernation im vorigen 8L66u1o noch 29 sonst denen Christen zugehörig gewesten Häuser bekommen. Jedes Hauß hat wieder so viel junge Häußer oder Gehäus, wie es der Altstädter Magistrat zu nennen pflegt, als Stuben oder Cammern, ja eine Stube hat einen oder mehrere Verschlag, oder in der Höhe gebaute Pawlatschen, und das sind wiederumb jüdische sogenannte Gehäus, also daß ein jüdisches Haus 30 und mehr Gehäus oder Familien in sich begreift. Weiteres hat die Judenschaft sieben Synagogen oder Schulen, drei große Fleischbänke und übrigens ihre eigenen Apotheken, jüdische Neäieos nnd alle Handwerker und professiones wie sie Namen haben, außer Schwerdtfeger und Bierbräuer.2) Diese Communitäten und dieses Gewimmel von meistens blutarmen Volk ist was das Publicum belästigt und allerley Unfug respective ausübte und bey andern verheelt.1 2 3) 1) Diese Erweiterung der Judenstadt erfolgte unter Kaiser Ferdinand II. nach der Schlacht am weißen Berge. 2) Zu verschiedenen Zeiten machte man den Juden Vorwürfe, daß sie sich nicht dem Handwerk zuwenden. Wie aus Obigem hervorgeht waren in der Präger Judenschaft sämmtliche Handwerke mit Ausnahme der genannten — Schwertfeger und Bierbrauer, welche ihnen verboten waren — vertreten. Ferdinand II. hatte nämlich den Juden gestattet, Handwerke zu betreiben, und sie machten davon den umfassendsten Gebrauch. Wir würden manchem eifrigen Katholiken anrathen, sich an Ferdinand II., genannt der Katholische, ein Beispiel zu nehmen. Dieser war es, der die Juden am meisten in jenen trüben Zeiten begünstigte. 3) Das Vorurtheil gegen das jüdische Gemeindewesen, daß diese die Brutanstalten der wirklichen oder erdichteten Fehler der Juden