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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1869-01-01 · Heft 1 · page 169

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1869
Issue
Heft 1
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 169)
Language
German
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171 thumb selbst betreffenden Anstanden wohl möglich zu sehn Erachtet hat. „Es ist hierbei wahrhafftig ein schwerer Zustand, dann die vormals in Prag geweste Judenschafft kann sich wegen ihrer dortigen eigenthümlichen und mit keinem Recht Ihnen abgesprochen werden könnenden Häuser und übrigens habenden Handels-Credits und Nahrungsgeschäften von dort nicht weit entfernen, und herentgegen nahend um Prag kann sie nicht leben wegen Abgang theils des Umerkomens absonderlich für die unvermöglichern, ist bisher meistens in Ställen, Scheuern, Elenden Camern, Winkeln und Löchern bestanden, welchen in jetzigen rauhen und noch folgenden ärgern Zeit nicht wohl der Menschlichkeit gemäß ist, so doch auch bey Christen für die Juden als Menschen gelten muß. „Die Nahrung für eine so große Menge Juden kann umb Prag ohne Prag nicht seyn: wann sie also nicht in Prag selbst wohnen, sondern täglich auff eine halbe oder gantze Meile hinein und heraus in aller Witterung lausten sollen, entgehet ihnen erstlich bei kurtzen Tagen eine große Zeit, andertens verderben sie an ihrem Gewand mannichen Tag mehr, als sie zu gewinnen Hoffnung haben und ist die tägliche so weite Zerstreuung den Eltern von ihren Kindern doch eine Erbarmungswirdige Sache." Sie schlagen hierauf vor, 400 jüdische Familien in Prag wohnen zu lassen. Man vergegenwärtige sich die Lage der Präger Juden. Beim Einzüge der österreichischen Truppen am 26. Nov. 1744 wurden sie von den Grenzsoldaten geplündert. Ende März 1745 mußten sie wegziehen und um jeden Preis das verkaufen, was sie nicht mit sich führen konnten. Zuvor jedoch wurden sie verhalten, die dem Staate schuldenden 160000 Fl. und andre Schulden u. s. w. zu bezahlen. Sie lebten nun ohne allen Verdienst und zwar in Scheuern, Ställen u. s. w

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