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  1. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 180

    Abraham Geigen Von Dr. SIMON BERNFELD. s gibt Männer in der Geschichte, die wir gegen unseren .Willen bewundern und verehren müssen. Ihre große Persönlichkei…

  2. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 181

    …gen. * * * Abraham Geiger wurde am 10. Mai 1810 zu Frankfurt a. M. als Kind eines armen, aber gelehrten Mannes (Michael Lazarus Geiger) geboren. Seine Eltern waren streng gläubig. Auch sein älterer Bruder Salomon, der eigentliche Lehrer und Erzieher Abra…

  3. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 182

    Geiger wurde nach Vollendung des achten Lebensjahres aus dem Cheder genommen und von seinem Vater, später von seinem Bruder unterrichtet; allerdings nur in Bibel und Talmud. Außer dem Lesen hat er die deutsche Sprache nicht regelmäßig geler…

  4. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 183

    …ichzeitig aber begann der Kampf der Orthodoxie gegen ihn, der oft auch mit unschönen Mitteln geführt wurde, so daß auch Gabriel Riesser genötigt war, gegen die persönliche Verunglimpfung Geigers energisch Stellung zu nehmen. In Breslau vereinigten sich ei…

  5. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 184

    die auf ihn und die anderen Anwesenden einen großen Eindruck machte. Es war dies ein gedankenreiches Programm der Reform im Judentum. Dann öffnete der Polizeipräsident den Brief der Regierung, in dem er angewiesen worden war, die Predigt ni…

  6. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 185

    …bständig vorgehen. Es ist selbstverständlich, daß sie sich vorzüglich an Geiger wandten, zumal sich bald darauf auch in Breslau eine solche Genossenschaft gründete. Die Stellung Geigers zu dieser Bewegung ist nach der theoretischen Seite ganz klar…

  7. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 186

    soll dabei in der Praxis überwunden werden. Nur die Karäer, meinte er, hätten sich dieser Fortentwicklung* des Judentums entgegengesetzt; und die orthodoxen Juden, die sich jetzt den Reformbestrebungen entgegensetzten, bezeichnete Geiger al…

  8. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 187

    … Arbeit Geigers: „Parschandata", die 1856 erschienen ist. Zwischen diesen Arbeiten liegt eine gediegene Abhandlung über Maimonides („Moses ben Maimon") aus dem Jahre 1850, die Schrift „Juda ha Lewy" (1851), „Isak Troki" im Jahre 1853, „Jüdische Dicht…

  9. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 188

    …er lebte in stetem Kampfe, dessen selbst er, der den Kampf eigentlich liebte, müde zu werden schien. Er sehnte sich von Breslau weg. Als Samuel Holdheim am 22. August 1860 starb, wandte sich die Reformgemeinde zu Berlin abermals an Geiger und trag…

  10. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 189

    …te es stets schmerzlich bedauert, daß er bei der Gründung des Rabbinerseminars in Breslau (1858) übergangen worden war. Jonas Fränkel, der diese Anstalt testamentarisch gestiftet hatte, gehörte zu der Partei Geigers; aber die Testamentsvollstrecker zoge…

  11. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 190

    Riß zwischen Vergangenheit und Gegenwart eintreten müßte („Gesammelte Schriften I", pag. 213). Obwohl er in Breslau den zweiten Feiertag der jüdischen Feste gottesdienstlich und praktisch abgeschafft hatte, kehrte er in Berlin zur Feie…

  12. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 191

    Hugo Zuckermann. Meine Lieder, Äll meine Lieder l Sang ich als müder, Wegirrer Wand'rer im Abendrotglühn, Duftschwer vom Flieder Haudit…

  13. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 192

    …en und gebändigt, schöpften, als sie ihn in sich versunken sahen, Mut. Die Bestie erwachte in ihnen- und sie fügten ihm allerhand Bosheiten zu. Sie durchwühlten seine Kleider und raubten, was sie fanden. Er aber ließ sie gewähren; denn was wog ihre …

  14. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 193

    Er hebt an zu beten, es geht nicht, die Worte erstarren in der Kehle . *. Er sammelt sich — es geht nicht. Er fühlt, die Sache sei nicht einfach. Er ahnt: irgend ein großer Zaddik befindet sich in Not, daher kann keine freudige Stimmung in …

  15. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 194

    Es geschah ein Wunder: die im Kerker befindlichen Gojim änderten ihren Umgang mit dem Rabbi. Und noch mehr: ihren Umgang miteinander. Kein Fluch kam über ihre Lippen, ihre Hand erhob sich nicht mehr zum Schlag. Sogar Timoscha, dieser gefürc…

  16. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 195

    Und doch Hebt er den Zaddik, fest gebunden fühlt er seine Seele an die des frommen Mannes. Manchesmal kam es über ihn wie ein Neid, und er sehnte sich nach Freiheit, bald aber unterjochte er die tierischen Instinkte und war dem Rabbi ganz e…

  17. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 196

    deine Schuhe küssen, die Erde, auf der du trittst, dienen will ich dir, meine Liebe dir opfern. . . . Willst du frei werden? Ich will dich in stürmischer Nacht aus diesen Kerkermauern befreien, ich will die Wächter erwürgen, sie alle erschl…

  18. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. [Seite]

    Arthur Markowicz. Der Talmudist.

  19. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. [Seite]

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  20. 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 197

    EL Lädier. Eine Talmudsage. Und senkt der Abend still die Flügel Und deckt die Wand am Zionshügel, So hörst du ziehen, leis und müd Ein kleines banges Klagelied . , . Und früh, beim ersten Morgensdieinen Hörst du das Lieddien wieder weinen,…