Mannheim
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  1. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 9

    9 sie immer bestimmter. Bald erwartet man nicht bloß eine große Erlösung, sondern einen Erlöser. Die Hoffnung des Messias ist gerade die Seele des Alten Testaments. Wenn beim Wehen des Frühlings der Karmel in Pracht sich kleidet, wenn die B…

  2. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 10

    10 der Jehovahdienst häufige Verdunkelungen erleidet, Götzendienst und Verderben in beide Theile des erwählten Volks eindringen) wird der Messias als der Knecht Jehovahs betrachtet. Der heilige Reformator, welcher Gerechtigkeit und Eintrach…

  3. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 11

    11 die Weissagung zu überbringen, welche Züchtigungen und Erlösungen verkündigen. Er ist der Zeuge Gottes vor dem Bolke. Er ist nicht durch priesterliche Abstammung aus dem Heiligthum hervorgegangen; er hat vielmehr einen unmittelbaren Beru…

  4. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 12

    IS Wir haben es versucht, den allgemeinen Hauptgedanken des Alten Testamentes anzudeuten. Der Fall und die Verbrechen der Gründer oder der berühmtesten Repräsentanten der Theokratie werden uns ohne kluges Schweigen erzählt: allein wir sehen…

  5. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 13

    13 Gericht des Todes nicht lassen will, sondern sich aufmacht, unS durch einen Erlöser und Todesüberwinder zu befreien. Demselben den Weg zu bereiten, das steht das Christenthum von jeher als die Aufgabe des Alten Testaments an. Das Heil de…

  6. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 14

    14 mit einem den Vorschriften ihrer Religion entsprechenden Fleische zu versehen, so lange man überhaupt noch Fleisch hat. Die Regierung hat angeordnet, daß in denjenigen Stadtthcilen wenigstens, wo sehr viele Juden wohnen, z. B. im Marais,…

  7. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 15

    15 Und die Frage der Religion ist auf die allereinfachste Weise gelöst; man beseitigt sie völlig und nennt gerade das „die Religion." AuS Veranlassung der oben erwähnten Unitarierconvention hatte nun eine amerikanische christliche Zeitschri…

  8. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 16

    16 etwaigen Glauben daran nichts einzuwenden, insofern Hölle und Verdarnmniß nicht als seine gegensetzlichen Consequenzen betrachtet werden. Ihr gemäß belohnt das Gute sich selbst und das Böse ist seine eigene Strafe; der Tugendhafte trägt …

  9. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 17

    17 thümliche dieses Blattes aber ist gerade dies, daß es, ähnlich der Times in England, die Durchschnittsanschauung auf seinem Gebiete geschickt und in entsprechender Weise wiedergidt. Das moderne Judenthum ist hiernach überall „die sogenan…

  10. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 18

    _18 Jahr zu Jahr. Die sogenannte neuere Orthodoxie sucht freilich das Alte' möglichst zu erhalten, aber sie will eS in der Weise thun, daß sie Altes und Neues verbindet; deßhalb verliert sie unter den Händen ihre Orthodoxie und geht den Weg…

  11. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 19

    19 aufgestellt, nach welcher das Judenthum Alles zur vollkommenen Genüge in sich selbst besitzt, und einen Ort aufzuweisen hat, an welchem eS Jedem der Seinigen in allen Fällen seines Lebens den Weg zu seiner Befriedigung nachweist. Zwar ha…

  12. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 20

    20 nämlich über die Chassidim und ihre RebbeS, diese modernen Messiase, eine wörtlich wiedergegebene Schilderung aus der Philippsonsche» Zeitschrift des Judenthums (Nr. 33, 1870) folgen: „Chassidismus und Despotismus, wie sind sie so eng ve…

  13. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 21

    …ellschaft Schiller zu citiren erlaubt. Reb Jtsche Meier zieht zu den nahenden Feiertagen nach seiner Festrestdenz, nach Gora Kalwaria. Wer sollte da nicht mitziehen? Wer sollte nicht sich beseligen lassen durch einen, und wär'S auch nur durch die Fenste…

  14. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 22

    Weib mag sehen, wie'S sich durchschlägt, und du kehrst, so du hungrig bist, bei einem reichen Bruder ein, setzest dich an seinen Tisch und issest von seinem Mahle, denn das ist Chassidimrecht. „Mein ist dein und dein ist mein, das ist des C…

  15. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 23

    23 liche hat einen „Dibbuk" in sich. Ein Dibbuk ist ein böser Geist, und den kann nur der Rebbe auökreiben. Glaubt mirs, in jenen Kreisen herrscht der böse Geist, und der Rebbe, der ihn durch Erorcismus zu bannen unternimmt, weiß es am best…

  16. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 24

    34 „in seinem frühem Logis, um nachzusehen, ob er vielleicht da sei?" Der dumme Rationalist, der sich von der Identität des Bräutigams und deS Ochsen nicht überzeugen lassen will, wird verlacht — es geschieht ihm recht. Doch der Lärm wird i…

  17. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 25

    lectuellen Klimas den erwärmenden Sinnengenuß und den dem Gemüthe Nahrung gebenden Wunderglauben. Daher hat der Chassidismus auch zuerst Cultusreformen eingeführt, Die Piutim (Geistliche Dichtungen) hat er früher als irgend eine deutsche Ge…

  18. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 26

    _26_ Die bleibende Bedeutung Israels. Unser nun bereits Heimgegangener Mitarbeiter an dem Werke der Mission unter Israel, Lange, hat den Dibre Emeth als letzte Gabe einen Artikel über die Zukunft Israels nach Prof. Luthardt in Leipzig zuges…

  19. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 27

    27 durch den Glauben: überhebe dich nicht, sondern fürchte dich. Denn wenn Gott der natürlichen Zweige nicht geschont hat, wird er wyhl auch deiner nicht schonen. Siehe nun an Gütigkeit und Schärfe Gottes, Gegen die Gefallenen (waltet) Schä…

  20. 1871-01-01 · 1-2 (1871) · page 28

    28 ergießt. Man steht leicht, welche große Wichtigkeit diese Unterweisung in den Augen des Apostels hat, so denn billig auch in den unsernr Kein Brief ist für uns von solcher Bedeutung wie der Römerbrief. ES ist der einzige, der an eine Gem…