Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 1-2 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 mit einem den Vorschriften ihrer Religion entsprechenden Fleische zu versehen, so lange man überhaupt noch Fleisch hat. Die Regierung hat angeordnet, daß in denjenigen Stadtthcilen wenigstens, wo sehr viele Juden wohnen, z. B. im Marais, ein verhältnißmäßiger Theil des Schlachtviehes nach jüdischen Vorschriften vom Leben zum Tode gebracht werde. Es ist dieö in einer so außerordentlichen Zeit (nach 10 Wochen der Belagerung) gewiß ein anerkennenswerthes Opfer, das der Achtung der einzelnen Confessionen gebracht wird. Aus Amerika. Die Unitarier Nord-Amerikas hatten im Juli 1870 eine Versammlung in Boston, in welcher die Frage über die Aufstellung eines Glaubensbekenntnisses behandelt würbe. Der Prediger Bellows widersetzte sich derselben leidenschaftlich; er rühmte, daß der Unitarismus kein festes Glaubensbekenntniß habe. Jeder könne in seiner Glaubensansicht von jedem Anderen abweichen. Der Prediger Hepworth dagegen erkärte, der Unitarismus müßte entweder ein positives Glaubensbekenntniß annehmen oder zu Grunde gehen. Der Sekretair der Versammlung trug darauf an, die Annahme eines Glaubensbekenntnisses abzulehnen, weil sonst viele Mitglieder zum Austritt sich würden veranlaßt sehn. Dieser Antrag wurde angenommen und zwar in voller Uebereinstimmung mit den Principien des UnüariSmus, der eben jeden positiven Glauben für seine Gemeinschaft abweist, und grundsätzlich eine Kirche oder ReligionSgcsellschaft etablirt, die nur ganz abstrakt bei den Ihrigen die Anerkennung voraussetzt, daß sie Religion überhaupt gelten lassen, und eS jedem Einzelnen gestattet, darunter zu denken oder zu verstehn, was er will. Religionslosigkeit kann es für den Unitarismus mithin nicht geben, selbst der Naturalist hat nach ihm auch noch Religion, wenn er es sich gefallen läßt, sein materialistisches System oder Denken seine Religion zu nennen.