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255 „Wie heißest Du Kind?" fragte er fast sthemlos. „Sie heißen mich Bella." Dem Grafen war das Buch, das er in Händen gehalten, entfallen. Bella bückte sich, um es auszuheben. Da geschah es, daß sie mit ihrem Kopfe unter die Hände des Graf…
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256 Väter und der Baß Feiwelmann an die Eindeckung der Laubbütte mit dem grünen Schmucke des Waldes noch immer nicht die letzte Hand angelegt hatten. Sie hatten mittlerweile von dem Kinde gesprochen. „Bella!" rief der Baß hoch von seiner Le…
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257 gogenmelodie. Meistentheils schwieg sie. Ob sie dabei an den Karfunkel des Grasen dachte? Am Abende desselben Tages war das Laubhüttenfest in seiner anmuthenden Heimlichkeit in die Gasse eingezogen. David Brod, der Vorbeter, saß wit Bel…
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258 „Wie war' es, Baß, wenn wir jetzt den neuen , disch" (eines der beim Gottesdienste vorkommenden Gebete) Prokuren möchten? Wenn wir Ehre damit einlegen wollen, so müssen unsere Kehlen geübt sei. als wären wir Vögel im Walde." „Als wären …
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259 hörtes an David Brod käuflich überlassen hatte? Umsonst wäre hier Nachforschen und Untersuchung. Auch jener „Schnorrer" hatte sie irgendwo in dem fernen Polen überkommen, und war damit weiter gezogen, wohin ihn der Sturm seines Lebens t…
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260 denen Krümmungen sich durchschlang, so war sein Singerr ein riesiger Waldstrom, der in übermüthiger Gewalt daherbraust. Dabei hielt er, wie dies aus alter UeberlieferunK jeder „Baß" thun muß, die Hand fest auf die eine Wange gedrückt, d…
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261 „Du willst frei herausfingen, Feiwelmann, ohne Backe?" rief Bella, und ihre weißen Zähne leuchteten durch den lachenden Mund. Feiwelmann, der Baß, nickte blos mit dem Kopse. „Du wirst Dir doch von einem Kinde nicht solche Narretheien ei…
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262 „Sei kein Narr, Feiwelmann", rief der Vorbeter und wollte ihn am Ausstehen hindern. „Laß mich nur", ries der Baß, und es klang etwas hindurch wie von unterdrückten Thränen, „morgen wird es vielleicht bester um mich stehen." Bella sprach…
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263 Kindes. Bella sah nicht im Geringsten erschrocken aus, und fast hatte es den Anschein, wenn man nach dem Lächeln sah, das auf ihren rothen Lippen saß, als hätte der Besuch des Mannes, den sie heute um Blumen angegangen war, für ihre Ged…
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264 schaffen! Seltsames Volk! Was ihr seid. Und doch, wenn ich eintrete-in eure ärmliche Laubhütte, ich der Gras aus christlichem Blute, der stolz darauf thut, daß er seine Ahnen auf einige Jahrhunderte zurückführen kann, thut ihr so erschr…
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265 Eine Weile starrte der Graf das übermüthige Kind an es hatte den Anschein, als wäre nun er es gewesen, den die Antwort des Kindes erschreckt hatte. Er faßte sich aber rasch, und als er nun redete, zitterte in seiner Stimme etwas wie von…
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266 Die Sprache David Brod's war zuletzt vor innerer Bewegung fast unvernehmbar geworden. Da rief die Stimme des Mannes, der demüthig im Hintergründe der Laubhütte stand, überlaut: „David Vrod, Du übertreibst! Noch lebt ein Feiwelmann Baß. …
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267 Schweiß drängte sich auf seine Stirne; jedes Haar auf seinem Haupte hatte sich emporgerichtet. „Und nun, David Brod", fuhr der Graf fort, bleibt mir noch übrig, Euch einen Vorschlag zu machen. Nehmet Ihr ihn an, so wird Euch aus dieser …
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268 ' vernommen, ging wie der Schrecken eines nächtlichen Ge-, wrtters über ihn hinweg. Blitze zuckten und leuchteten, Donner rollten über seinem Haupte, aber aus all diesen Stimmen des Entsetzens hörte er doch die eine: den Zuspruch des Gr…
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269 „Laß ihn heute." sagte der Baß, dem selbst die Stimme von verschluckten Thränen zitterte, „das unerhörte Glück hat ihn zu sehr angegriffen." „Glück? wer spricht von Glück?" suhr David Brod wild auf. „Meint ihr, ich habe ihn nicht versta…
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r — 270 — dem Besuche, den der Graf der Laubhütte des Vorbeters abgestattet. Die abenteuerlichsten Gerüchte schwirrten durch das Haus, ein Jeder gab diesem merkwürdigen Vorkommnisse eine andere Auslegung. Besonders droben in der „Weiberschu…
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271 „Man sagt auch, er will sie nach Prag schicken und dort aufziehen lassen." „Da hätte David Brod ausgesorgt für all sein Leben." In solcher Stimmung der Beter zerflatterte die neue Melodie, an die David Brod und lein Baß wochenlang das B…
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272 David Brod und sein Baß merkten es an hundert Anzeichen, daß ihnen die öffentliche Meinung nicht günstig war. Wie drückte man ihnen sonst die Hand, welche herzliche Zuruse schallten ihnen entgegen, wenn ste sonst die Synagoge, die Stätt…
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273 Da schlich allmälig, etwa wie die Morgenrothe sich I entringt dem Schooße der Nacht, ein sonnig behagliches ] Lächeln über das breit angelegte Angesicht Feiwelmann's, I bis es nach und nach alle Winkel und Seiten desselben (mit seinem G…
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274 Feiwelmann starrte eine geraume Zeit in die Luft. „Was Kunst heißt? Sie soll eine Sängerin werden wegen ihrer schönen Stimme." „Und wenn sie eine Sängerin geworden ist — was dann?" fragte David Brod mit gerunzelter Stirne. „Dann wird si…