Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 293)
- Language
- German
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273 Da schlich allmälig, etwa wie die Morgenrothe sich I entringt dem Schooße der Nacht, ein sonnig behagliches ] Lächeln über das breit angelegte Angesicht Feiwelmann's, I bis es nach und nach alle Winkel und Seiten desselben (mit seinem Glanze ausgefüllt hatte. Nur die Augen machten davon eine Ausnahme; sie waren feucht geworden. „Wenn Du das sagst, Bella meine Perl," rief er,;i „so macht mich das glücklicher, als wenn sie zu Tausenden mir die Hand gedrückt batten. Denn Du verstehst es besj ser als sie Alle . . . Gott soll's Dir bezahlen!" Trotzdem verging dieser Feiertag in gedrückter, trüber Stimmung für die Drei. Nicht nur die erlittene Nieder^ läge, mehr noch das Aussprechen über die Zukunft, wie sie gestern in der Laubhütte aus dem Munde des Grafen ihnen zur Entscheidung vorgelegt worden, schlich wie ein dunkler Schatten hinter jedem ihrer Schritte. Keiner wagte während dieses Tages den Gegenstand zu berühren. — Es wax spät in der Nacht; das Kind schlief bereits. Da saßen sich David Brod und sein Baß Feiwelmann gegenüber.! „Du meinst also doch, Feiwelmann," sagte David Brod nach einem schwer aus der Brust geholten Seufzer, „wir hätten heute unsere Sache gut gemacht." „Sie sagt's," meinte Feiwelmann sicher und ruhig in seiner Stimme, indem er mit dcm Finger nach der Thüre der Kammer wies, worin Bella schlief, l David Bl od sah eine Weile lang nachdenklich vor sich hin; endlich sagte er: „Erkläre mir nur Eines, Feiwelmann! I Was hat der Graf damit gemeint, als er gesagt hat, er j will sie zur Kunst erziehen? Es geht mir das nicht aus dem Kops. Was heißt Kunst?" 18