Mannheim
Compact Memory
69 pages · page 3Sort: oldest first · newest first
  1. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 43

    43 und begleitete dieselben mit einer Vorrede, in der er ein Bild des Freundes entwarf und u. A. bemerkte: „Der junge Mann, als er hier in Wolferlbüttel sein bürgerliches Leben antrat, schenkte mir seine Freundschaft. Ich genoß sie nicht vi…

  2. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 44

    44 seiner Rechten alle Wahrheit, und in seiner Linken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte, und spräche zu mir: Wähle! Ich fiele ihm mit Demuth in seine Lin…

  3. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 45

    45 urtheile, die sie verdunkelten, mit unerbittlicher Dialektik spürte er den Jrrthum auf, um ihn mit freff entert Beweisen und — wo es nöthig war — mit geißelndem Witze zu verfolgen. Die Gegner mußten ihm Rede stehen, wie sehr sie auch aus…

  4. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 46

    46 mit der christlichen; die übrigen alle hat er mit den allerschlechtesten Gründen unterstützt, und mit noch schlechtern widerlegt." Von der jüdischen Religion sagt dann Lessing: „Wider diese läßt er die übrigen drei den Einwurs nrachen, d…

  5. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 47

    47 sie der liebe Gott nicht selber haßte, weswegen waren denn nur vor Kurzem, bei dem Unglttcke in Breslau, ihrer bald noch einmal so viel als Christen geblieben? Unser Herr Pfarrer erinnerte das sehr weislich, in der letzten Predigt." (I, …

  6. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 48

    48 einen noch nicht hinreichend begründeten Verdacht gehegt und ausgesprochen habe*), als Jude zu erkennen. Dieses ist bekanntlich der Verlauf der Handlung, bei welcher der Zuschauer im Voraus über den eigentlichen Sachverhalt aufgeklärt wi…

  7. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 49

    49 die Gebildeten häufig genug hören ließen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er seinem Lustspiele anfangs den Titel: „Der Jude" geben wollte*), eben weil es ein einzelner Jude ist, dessen gute Eigenschaften hervortreten, daß er aber dann di…

  8. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 50

    50 verschlossen hatten; er sollte in dem Gegner den Menschen suchen und sich ihm als ebenbürtig zu erkennen geben. Mendelssohn trug seinen Bart, an dem man sogleich den Juden erkannte. Andere aber mochten, wie der Reisende in dem Stücke, in…

  9. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 51

    51 % Endzweck dieses Lustspiels ist eine sehr ernsthafte Sittenlehre, nämlich die Thorheit und Unbilligkeit des Hasses und der Verachtung zu zeigen, womit wir den Juden meiftentheils begegnen. Man kann daher dieses Lustspiel nicht lesen, oh…

  10. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 52

    wird selbst die mittelmäßige Tugend abgesprochen; ihre Sittenlehre (d. h. zuletzt ihre Religion), ihre Beschäftigung, zu der die Christen sie zwingen, macht „eine allgemeine Redlichkeit kaum möglich." Die einzelnen Ausnahmen können den Haß …

  11. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 53

    53 nicht meiner Ehre vorzöge, und nicht lieber eben bei diesem, als bei dem erstern verlieren wollte." Er vertheidigte zunächst die Dichtung als solche, und zwar hauptsächlich damit, daß er nachzuweisen suchte, wie er den Charakter des Reis…

  12. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 54

    54 Es war ein Schmerzensschrei, den der sanfte, aber tief gekränkte Mendelssohn vernehmen ließ. „Ist es", rief er aus, „nicht genug, daß wir den bittersten Haß der Christen auf so manche grausame Art empfinden müssen; sollen auch diese Unge…

  13. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 55

    55 „Man kann es mir ... . gewiß glauben, daß beide Correspondenten, auch ohne Reichthum, Tugend und Gelehrsamkeit zu erlangen gewußt haben, und ich bin überzeugt, daß sie unter ihrem Volke mehr Nachfolger haben würden, wenn ihnen die Christ…

  14. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 56

    …hzuweisenden Quelle) der Satz: „Die Frommen aller Religionen gelangen zur ewigen Seligkeit". (Buße III, 5.) Als man bei Maimonides anfragte, ob die Muhamedaner (der Kaaba wegen) als Götzendiener §it betrachten seien, sprach er seinen größten Unwillen…

  15. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 57

    57 finde, soll eine Religion die andere achten. Verfolgt die eine Schwester die andere, so kämpft sie zugleich gegen die gemeinsame Mutter, gegen die innere Ueberzeugung und das edle Gefühl des Herzens. Wer diese in dem Andern nicht ehrt, d…

  16. 1867-01-01 · 1867 · p. [Seite]

    Schulnachrichten. Wir entnehmen den Notizen des Herrn Directors Di-. Stern folgende Schulnachrichten und halten es für angemessen, uns auf die einfache Mittheilung derselben zu beschränken. — Der Gesangunterricht wurde beim Beginne des Schu…

  17. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 60

    60 gegründeten „ Kunkel'schen Gesangverein". Seit Oktober 1864 ist mir auch die Direktion der „Euterpe", eines Vereins für gemischten Gesang, übertragen. Etwa zwanzig kleinere Compositionen von mir sind im Druck erschienen. Auch habe ich me…

  18. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 61

    …in, Geiger, Kunkel, Dr. Lehmann, Dr. Löwe, Müller, Dr. Neubürger, Dr. Oelsner, Sabel, Schlimbach, Schön - Hof, Tebltze, Tendlau, Trefousse, Dr. Zirndorf er und aus den Damen Bizet, Bonn, Dilthey, Maas, Rupp, Stiebet, Wolter. — Am 17. November v. I…

  19. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 62

    62 Die Aufnahme betrug für den Beginn des Schuljahres 38 Knaben und 21 Mädchen, im Laufe des Jahres 28 Knaben und 23 Mädchen. Leider haben wir auch drei geliebte Schüler durch den Tod verloren. Richard Sachs, Schüler der V. Classe, starb am…

  20. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 63

    63 Von Erwerbungen und Geschenken, durch welche die Lehrmittel der Anstalt in diesem Jahre vermehrt worden sind, führen wir Nachstehendes an: Das physikalische Kabinet hat in diesem Jahre eine galvanische Glocke, zwei Meidinger'sche Element…