Mannheim
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  1. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 69

    69 auch bei der Menschen Ungunst und Verfolgung, wenn die Erde finster und in Nacht gehüllt ist. Diese gottgeweihte, uns der Menschheit verbindende Gerechtigkeit (צדקה) ist die dritte Perle in der Krone des Bersöhnnngsfestes. So steht denn …

  2. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 70

    X. Das Kuch Jona. Eine Homilie am Jom Kippur. Von Rabbiner Dr. Rothschild. Der Prophet Jona war von (%tt nach Ninive gesandt worden, um dieser, der Sünde und sittlichen Verderbtheit versallenen Stadt Buße zu Predigen imb sie zur Besserung z…

  3. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 71

    71 werde, ob die Stadt erhalten, oder vernichtet werden würde. Im Freien sitzend, schier! die Sonne drückend ans Jona's Haupt, und er war des Kampfes und seines Lebens müde. Ta ließ Gott einen Wunderbaum wachsen, unter dessen schattigem Lau…

  4. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 72

    72 Jona ward von Gott nach Ninive, einer fremden, nicht-israelitischen Stadt gesandt, um dort zu Predigen und die sittliche Besserung der Leute zu bewirken. Denn Gott ist nicht nur Gott der Juden, sondern der ganzen Welt, aller Menschen und…

  5. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 73

    73 und Wehrlosigkeit ist Israel unter alle Böller gestreut, und in seiner Friedfertigkeit und Duldsamkeit, wie in seiner Gottesgläubigkeit und religiösen Bestrebung unter den Böllern lebend und mit ihnen verkehrend, ist Israel auch ganz bes…

  6. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 74

    74 des religiösen Lebens sind Zeugniß für Israel bis auf die neueste Gegenwart, daß es der Zwecke seines religiösen Berufs sich immer bewußt gewesen und geblieben ist, ihnen stets gedient hat und noch dient. Ein Wort des Abfalls, auch ohne …

  7. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 75

    …s ist ein Lohn für dein Thun, eine Zukunft für dein Hoffen. A men! xi. Predigt am Uenjahrsadeade 8650, gehalten von Dr. Gotthard Deutsch, Rabbiner in Brüx. ״Großes hast Du gethan, o Herr, mein Gott, Deine , Wunder und Deine Gedanken über uns; nichts läßt s…

  8. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 76

    76 welche der Gedanke an die Ewigkeit uns abzwingt, sehen wir den Jahreszeiger am Ende seines Umlaufes, sehen wir einen neuen Jahresring gebildet an dem Stamme der Unendlichkeit, ein neues Glied geschlossen an der Kette der Ewigkeit, ein ne…

  9. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 77

    77 Verhütung des Schlimmeren, die Wunde als den Anfang der Heilung; dann werdet ihr alle als rechte Israeliten an dem Wechsel des Jahres bekennen das Wort: ״Großes hast du gethan, o Herr, niein Gott, Deine Wunder und Deine 'Gedanken über un…

  10. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 78

    78 Erbarmen (ib. 32), denn nicht ewig verläßt der Herr, sondern wenn er uns betrübt hat, so erbarmt er sich in der Fülle seiner Gnaden." Zwei Thatsachen, die beruhigend auf uns wirken können, hat uns das vergangene Jahr gebracht. Ein wahrha…

  11. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 79

    die Frage: ״wann endlich wirst du dich erbarmen der Reste Israels?" (Secharjah 1,12) und doch ist hier wenigstens nach der negativen Seite auch eine kleine Besserung zu verzeichnen: In dieses Jahr fiel der Tod eines hervorragenden Mannes, d…

  12. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 80

    80 wecken ״damit die Lehre des Herrn sei in Herz und Mund damit wir sie üben." (II. Mos. 13,9.) So ist es denn unsere Pflicht, als gläubige Israeliten auch die Geschicke der ganzen Welt als von Gott gelenkte und gewollte zu betrachten, daß …

  13. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 81

    81 die Herzens- und Gemüthsbildung im Rückgang begriffen ist, wir beklagen es, daß unserer Zeit abhanden kommt jene gesunde Lebeusanschauung, die in Gott, dem Lenker aller Geschicke, den Spender des Guten erblickt; wir beklagen es, daß uns …

  14. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 82

    82 giebt, die unvergleichlich größer ist, als alle Macht auf Erden. Man hat glauben gelernt an das Wort Abrahams, ״des Hauptes der Gläubigen": ״fern sei es, daß der Richter der ganzen Erde nicht thue das Recht" (Genes. 18 25). Wir haben auc…

  15. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 83

    Nimm ganz Israel in Deinen gnädigen Schutz, daß auch unsere schwer bedrückten Brüder '.in andern Ländern erleuchtet werden von dem Segen geistiger Erhebung und irdischen Wohlergehens. Verleih' uns allen Weisheit und Einsicht, daß wir sinden…

  16. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 84

    84 Eigenheit, hat neben Vorzügen, die seine eigenthümliche Größe bilden, seine kleinen Schwächen, und der Schüler in dem begeisterten Streben dem Meister nachzueifern, ahmt ihm nach in Schwächen, in gleichgültigen Aenßerlichkeiten oder er ü…

  17. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 85

    85 und sein Gefolge sind die Krankheit und das Verbrechen. Dies junge Reis ist störrisch und knorrig geworden! warum? es sah die Eltern leiden, obgleich sie brav waren, es sah sie arbeitslos, obgleich sie fleißig waren und gern hätten schaf…

  18. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 86

    86 darin leben, gar nicht so schwer ertragen werden. Und wie viel der Freude giebt es auf dieser schönen Erde. Um uns vor dieser Einseitigkeit zu wahren, legt unser Glaube in denselben Monat die Feste der Buße und das Fest der Freude. Diese…

  19. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 87

    87 angenehm ausgcfüllt, Bilder, schön und vergänglich wie der Regenbogen, zogen durch unsere Seele, wie die Myrthe lieblich, aber ohne Frucht. Jedoch es fehlten auch nicht die Tage^^er^Traner, wo das Haupt wie die Weide sich 51t Erden senkt…

  20. 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 88

    88 den Dürftigen den Druck der Noth, den Klagenden die Last der Trauer. Mache uns Allen das Leben leicht und freudig. Amen! XIII. Rede;um Schlnßfeste. (ש״ע) M. A.! Wenn ein trauter freund, der Wochenlang uns ein lieber Gast gewesen ist, der…