Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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X. Das Kuch Jona. Eine Homilie am Jom Kippur. Von Rabbiner Dr. Rothschild. Der Prophet Jona war von (%tt nach Ninive gesandt worden, um dieser, der Sünde und sittlichen Verderbtheit versallenen Stadt Buße zu Predigen imb sie zur Besserung zurückzuführen. Jona weigerte sich dessen und entzog sich diesem Aufträge durch eine weite Seereise. Auf dem Meere entstand Sturm. Die Schifsslente fürchteten sich sehr und beteten jeder zu seinem Gotte um Gnade und Errettung. Nur Joua betete nicht; er war sich schuldbewußt und gestand, daß er den ewigen Gott des Himmels verehre, der das Meer rind das Trockene gemacht, daß er aber diesem Gotte gegenüber sich einer schweren Sünde bewußt sei, und daß feinetwegen dieser Sturm gekommen sei. Man .möge ihn daher ins Meer werfen, und der Sturm werde aushören. Die Leute thaten so, und der Sturm hörte auf. Ins Meer geworfen, wurde Jona von einem großen Haifisch verschlungen; in dessen Bauch eingeschlossen, betete Jona zu Gott, seinen Fehl bereuend und Folgsamkeit gelobend. Gott erhörte Jona's Gebet, der Fisch warf Jona ans Land, und dieser begab sich nunmehr im Anftrage Gottes nach Ninive, Buße predigend. Die Leute von Ninive hörten auf Jona's Predigt und Ermahnung, bekehrten und besserten sich, und Gott nahm sie sofort wieder gnädig aus. Jona aber traute ihrer Besserung nicht, sondern hielt diese für oberflächlich und äußerlich; er schrieb ihre Erhaltung und Schonung nur der Gnade und Liebe Gottes zu, während sie ihrer Sünden wegen Tod und Untergang verdient hätten. Er setzte sich deshalb außerhalb der Stadt, um abzuwartcn, was geschehen