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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 83 (sequence 89)
Language
German
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Nimm ganz Israel in Deinen gnädigen Schutz, daß auch unsere schwer bedrückten Brüder '.in andern Ländern erleuchtet werden von dem Segen geistiger Erhebung und irdischen Wohlergehens. Verleih' uns allen Weisheit und Einsicht, daß wir sinden den Pfad des Rechtes, und erhöre die gerechten Bitten, die wir zu Dir emporsendeu, aus der Tiefe unseres Herzens, wenn wir rufen zu Dir:"״Unser Vater und König, laß uns beginnen ein glückliches Jahr!^' XII. Rede gnm HiiUrnfestc. M. A.! Die Weisen lehre»: ״Wer nur bei einem Meister die Thora studirt, wird vor! seinen Studien keinen rechten Segen davon tragen". Bekanntlich herrschte im Alterthum eine andere Form des Hähern llnterrichts als heut zu Tage; hatte damals ein Jüngling die elementaren Kenntnisse sich erworben und verlangte fein Herz nach einem größern Maß von Wissen und Erkenntniß, so bat er einen gelehrten Manne sich ihm anfchließen zu dürfen, mit ihm lebte er in ständigem Verkehr, fast immer, ohne Sold zu nehmen, reichte der Weise aus dem Borne seines Wissens seinen Jüngern und diese lebten mit ihm wie jüngere Freunde und lernten durch Umgang und Unterricht. Daraus entwickelte sich eine Innigkeit zwischen Lehrer und' Schüler, die heut, wo der Jüngling seine Kunde von Vielen empfängt, sich kaum erreichen läßt. Diese herzlichen persönlichen Beziehungen kamen der Jugend wie dem Alter gleich sehr zu gut. Die Jugend wurde rascher reif und das Alter blieb länger frisch. Dieses Verhältniß, so vortheilhaft es sich auch unterscheidet von den steifen und oft gar schroffen Formen, in denen die Jugend unserer Tage mit ihren Meistern verkehrt, hat dennoch auch seine Schattenseiten. Jeder hervorragende Mensch hat seine Eigenart, aber gewöhnlich auch seine

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